Folge#47 mit Rieke Werner und Frodo: „Anime, Atmung, Aufregung – Hauptsache synchron!“

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Game Faces powered by Blue

Folge Nummer 47 von „Game Faces powered by Blue”, dem Podcast über Gaming und alle Themen, die dazu gehören. Heute gehts um den Beruf: Synchronsprecher:in. Rieke Werner auch bekannt unter ihrem Pseudonym Strawbelly Cake ist heute Frodos Gast und gibt interessante Einblicke in ihr Schaffen. Sie erzählt, wie sie zu ihrem Job kam und welchen Weg sie empfehlen würde. Welche Art von Synchronisation die aufwendigste ist und wie das handwerklich überhaupt gemacht wird und dass sie nach so langer Zeit im Geschäft noch immer aufgeregt ist.

Irgendwann verlierst du auch Hemmungen beim Synchronsprechen. Ich bin immer aufgeregt vor den Jobs, aber wenn ich dann in der Kabine bin, dann mache ich auch alles, was gemacht werden muss, ohne mich zu schämen. Ich glaube, das hast du einfach nach einer Zeit. Du darfst auch keine Hemmungen haben. Bist ja auch nicht du. Du schlüpfst ja in die Rolle.“

Frodos Fragen an Rieke:

  • Erzähl uns deine Gaming Story
  • Was steckt hinter Strawbelly Cake?
  • Wie wird man Synchronsprecherin? Gibt es da eine spezielle Ausbildung wie bei Sänger:innen? Oder bedingt das eine automatisch das andere?
  • Wie viele Sprecherrollen hattest du bereits?
  • Erinnerst du dich noch an deine erste Sprecherrolle? Welche war das?
  • Wonach suchst du deine Rollen aus?
  • Gibt es Rollen, die du gar nicht sprechen würdest?
  • Wie sieht der Alltag einer Synchronsprecherin aus?
  • Hast du Idole?
  • Gibt es einen Unterschied zwischen einer Sprecherrolle in einem Game und einer Sprecherrolle z. B. für einen Film?
  • Wie kommst du in die Rolle rein?
  • Wie viel wird vorgegeben bei der sprachlichen Gestaltung. Wie viel Rieke ist in einem Charakter am Ende?
  • Wie lange dauert eine Sprecherin Arbeit bei einem Game?
  • Arbeitest du viel mit anderen Synchronsprecher:innen zusammen? Oder ist die Arbeit “eher einsam”?
  • Hast du Tipps an Synchronsprecher da draußen?

Riekes Gaming Story:

  • Über einen Arbeitskollegen ihres Vaters bekamen sie und ihre Schwester schon früh Gameboys.
  • Sie haben gerne Computer und Konsole gespielt.
  • Super Nintendo wurde ihnen weggenommen, weil sie und ihre Schwester häufig darüber stritten, wer spielen darf.
  • Daraufhin wurde sie zum „Sony-Kind“ und hatte jede PlaysStation, die auf dem Markt war und spielte weiterhin viel Computer.

Diese Leidenschaft führt dich wahrscheinlich dahin, wo du jetzt bist, oder?

„Anime ist ja auf jeden Fall das Hobby gewesen, was mich dazu gebracht hat. Obwohl, ich wollte Radiomoderatorin werden und als ich mich über den Job informieren wollte im Internet, habe ich ein Fan-Forum gefunden, wo sich Leute zusammengetan haben und Animes synchronisiert haben. Und da habe ich gedacht, mega cool, das will ich auch ausprobieren. Ich will Synchronsprecherin werden und dann wusste ich das relativ früh schon. Bin dann aber noch mal andere Wege gegangen. Aber ja, hätte es dieses Anime Forum zu der Zeit nicht gegeben, wäre ich vielleicht gar nicht so darauf aufmerksam gemacht worden. Und wäre jetzt Radiomoderatorin.“ – „Ich glaube, ich habe die ersten zehn Jahre meines Synchronsprecher Daseins nur Animes gesprochen und Videospiele.“ – „Ich habe den Anime-Girl-Stempel und den werde ich auch immer haben.“

Ich hatte Glück als Quereinsteigerin, rate aber trotzdem immer zu einer Schauspielausbildung. Vor allem, weil ich merke oder ich gemerkt habe, in den ersten acht Jahren, dass so Grundlagen schon gut gewesen wären“ – „Als Quereinsteiger musst du dir das dann erst irgendwie erarbeiten.“

**Hast du lange gebraucht, dich selbst an deine Sprecherstimme zu gewöhnen? ** „Nicht unbedingt. Wo ich immer noch Probleme habe, ist Nervosität vor Aufnahmen immer, wenn neue Arbeitsteams da sind. Wenn ich zu einem neuen Regisseur muss oder damals, was mich wahnsinnig gemacht hat, war, wenn ich in der Kabine stand und hinter der Scheibe sitzt ja der Regisseur. Die haben ein TalkBack um mit mir zu sprechen und bei meinen ersten Jobs, wenn ich dann nichts gehört habe nach meiner Aufnahme dachte ich so: Ist das jetzt gut? Worüber reden die? Finden die mich kacke? Was ist da los? Und das hat mich am Anfang irregemacht.“

Bist du bei großen internationalen Projekten besonders aufgeregt?

„Ich habe eine ganz komische Antwort auf diese Frage. Und zwar hängt es wirklich mit den Menschen zusammen. Also wenn jetzt irgendetwas käme für einen Superhelden Film oder für einen Disney Film, was ja mein Traum ist. Dann bin ich gar nicht aufgeregt, weil es ein Disney Film ist, sondern weil ich dann weiß, wer da Regie macht. Und das sind ja auch ganz große Kollegen, zu denen ich aufgucke, seit ich diesen Traum habe, das zu machen. Und dann bin ich so „Oh mein Gott, das ist der Sprecher von bla bla bla oder oha, das ist der Regisseur, der schon den und den Film gemacht hat“ und bin wegen der Person, mit der ich dann arbeite, nervöser als wegen der Produktion, die es im Endeffekt ist.“

Danke, liebe Rieke, dass du uns mit in deinen Joballtag genommen hast. Und so viel können wir verraten, da gibts noch eine weitere Facette zu erzählen. Das machst du in der nächsten Folge. Den grandiosen Sound von Max ‚Frodo‘ verdanken wir Logitech G und Blue. Wenn ihr weitere Folgen hören wollt, einfach hier entlang. Wenn ihr unbedingt einen Gast hier im Podcast haben wollt, schreibt uns oder Frodo bei Twitter mit #GameFaces und wir setzen alle Hebel in Bewegung, das möglich zu machen.

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