Folge#39 mit Miss Rage und Frodo: „Dauerstreaming, Social Media- und Konkurrenzdruck – wie stehts um die mentale Gesundh

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Von Sabrina Weinert (Rostock Rotates) entdeckt von Player FM und unserer Community - Das Urheberrecht hat der Herausgeber, nicht Player FM, und die Audiodaten werden direkt von ihren Servern gestreamt. Tippe auf Abonnieren um Updates in Player FM zu verfolgen oder füge die URL in andere Podcast Apps ein.
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Herzlich Willkommen zu Folge 39 von „Game Faces powered by Blue” dem Podcast rund um das Thema Gaming. Mentale Gesundheit ist allgemein ein sehr wichtiges gesellschaftliches Thema, das aber auch speziell im Gaming Bereich eine große Rolle spielt. Wie ist der Umgang mit Mental Health und den Sozialen Medien? Wieviel trägt die Herausforderung der Selbstständigkeit dazu bei, zu viel zu arbeiten und die mentale Gesundheit so zu gefährden? Welche Anlaufstellen gibt es, um sich Unterstützung zu holen? Dazu spricht Frodo mit Miss Rage. Sie ist seit über 8 Jahren im Geschäft und hat selbst erlebt, wie wichtig es ist sich mit der eigenen mentalen Gesundheit zu befassen.

Ich finde es toll, wenn jemand sagt, dass er an sich selbst arbeitet oder versucht an seinen Problemen etwas zu verbessern.

Frodos Fragen an Julia Kreuzer alias Miss Rage:

  • Content Creator sind selbstständig und somit vor viele Herausforderungen gestellt, glaubst du, dass sie häufig zu viel und zu lange arbeiten?
  • Vor welchen Herausforderungen stehen Content Creator generell?
  • Findest du das Thema mentale Gesundheit wird online stigmatisiert? Oder bekommt man mehr und mehr positives Feedback?
  • Sind Content Creator/ Streamer häufig alleine? Auch wenn sie vor ihren Zuschauern sind?
  • Wie entsteht deiner Meinung nach Druck von außen/ von der Community?
  • Du bist seit über 8 Jahren Streamerin und kreierst auf unterschiedlichsten Kanälen Content, wie hat sich deiner Meinung nach der Umgang in den letzten Jahren verändert? (Unter Kollegen und in der Community)
  • Nimmt Covid vielleicht eine Sonderstellung ein? Leute sind mehr zu Hause und im Internet unterwegs, können sich nur bedingt gut austauschen. Was hast du in dieser Zeit wahrgenommen?
  • Ist die Konkurrenz an Content Creatorn durch Covid gewachsen und somit auch der Druck zu performen?
  • Wie unterstützt du andere Streamer:innen?
  • Gibt es Anlaufstellen zur Hilfe?
  • Was denkst du muss passieren, damit das Thema Mental Health bei Content Creatorn in den Vordergrund gerückt wird?
  • Was machst du, um dich zu schützen?
  • Hast du Tipps für schlechte Tage?

Welche Herausforderungen hast du als selbstständige Content Creatorin/ Streamerin?

  1. Existenzangst ist eines der größten Probleme, wenn man kein monatliches festes Einkommen hat.
  2. Steuern und Sozialversicherungen, die Unsicherheit, ob man hier alles richtig macht.
  3. Gefahr des Burnouts, man hat keine fixen Arbeitszeiten, kein Wochenende, man arbeitet automatisch zu viel.
  4. Der soziale Aspekt, was und wieviel will man von sich preisgeben? Teilt man das ganze Leben mit der Community? Nur die guten Seiten oder auch die schlechten?

Sind Content Creator/ Streamer häufig alleine? Auch wenn sie vor ihren Zuschauern sind?

Nach meinem Stream ist es meistens so, dass ich erst einmal ein bisschen mehr Ruhe haben möchte und nicht unbedingt gleich nach dem Stream Freunde zum Kaffee treffen will, um dann drei Stunden weiter zu schnacken. Das muss nicht jeden Tag so sein und ich glaube auch nicht, dass es jedem so geht. Ich glaube, dass es eine sehr große Frage der Persönlichkeit ist.“ – „Prinzipiell glaube ich schon, wenn man sehr viel Content created, vor allem im Streaming, dass es oft sehr einsam sein kann hinter den Kulissen.“

Findest du das Thema mentale Gesundheit wird online stigmatisiert? Oder bekommst du mehr und mehr positives Feedback?

„Ich habe schon sehr lange, seit meinen Teenagerjahren eigentlich, viele Probleme mit Mental Health gehabt. Ich bin depressiv gewesen sehr lange.“ – „Es ist schon einige Jahre her und ich muss sagen, mittlerweile fühle ich mich sehr, sehr wohl über das Thema zu sprechen. Aber ich kann mich erinnern, als ich noch jünger war und ich das erste Mal zum Psychologen gegangen bin. Das war eher so, sage es ja nicht in der Schule, dass du zum Psychologen gehst, weil die glauben, dann du bist verrück. Und mittlerweile finde ich persönlich, dass das Thema mentale Gesundheit sehr großgeschrieben wird, egal ob es jetzt online ist, in Schulen, in Berufen, dass es ein sehr positives Thema ist. Und mittlerweile ist es was Gutes, wenn man sagt, ich gehe zum Psychologen. Ich versuche an mir selbst zu arbeiten. Ich versuche herauszufinden, warum ich mich wie fühle und wie ich mich besser fühlen kann.“

Wie waren deine Erfahrungen in der Therapie?

„Sowas wie Depressionen, zumindest in der Form wie ich es erlebt habe, das wird man in seinem Leben nie komplett loswerden. Man kann nur lernen damit umzugehen. Meistens ist es so, bevor man einen großen Durchbruch hat, zumindest war es bei mir so, hat man zuerst immer einen Breakdown. Und dann bildet man sich danach wieder neu, man baut sich selbst wieder auf.“ – „Das sind auch keine schönen Sachen. Ich meine, dass ich offen darüber rede, dass ich sehr eifersüchtig war und oft böse Gefühle gehabt habe gegenüber anderen Creatorn aus Eifersucht. Das ist nichts, was man gerne zugibt.“ – „Aber wie gesagt, wenn man das einmal realisiert, warum das so ist und man daraus lernt und das dann wieder umdreht. Das ist dann das Schöne.“

Am meisten hilft man sich selbst dabei. Es ist ein Riesenunterschied, ob man über seine Probleme nachdenkt oder ob man das wirklich laut ausspricht. Also diesen Dialog quasi offen führt.

Miss Rage, ganz herzlichen Dank für deine Offenheit und für das persönliche Gespräch zu einem so ernsten und wichtigen Thema! Den grandiosen Sound von Max ‚Frodo‘ verdanken wir Logitech G und Blue. Wenn ihr weitere Folgen hören wollt, einfach hier entlang. Wenn ihr unbedingt einen Gast hier im Podcast haben wollt, schreibt uns oder Frodo bei Twitter mit #GameFaces und wir setzen alle Hebel in Bewegung, das möglich zu machen.

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