Mit leiser Stimme

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Wir leben in einer lauten Welt. Das haben Sie sicher auch schon erlebt. Sie sitzen im Zug. Im Abteil sitzen junge Leute. Sie hören Musik. Sie ist so laut eingestellt, dass alle Mitreisenden notgedrungen mithören müssen.

Oder Sie gehen ahnungslos auf dem Gehsteig. Plötzlich dröhnt das Wummern der Bässe aus einem vorbeifahrenden Auto. Überall werden wir beschallt. Zuweilen werden Lautstärken erzeugt, die an die Schmerzgrenze gehen. Gewiss, manchmal muss es laut zugehen. Laute Stimmen übertönen die leisen Stimmen. Sie verschaffen sich Gehör.

Viele Menschen sind schwerhörig. Manche sind taub. Das gilt nicht nur im Blick auf die Akustik. Manche sind schwerhörig und taub für Gottes Stimme.

Gott redet oft leise, unaufdringlich. Nur in der Stille legt Gott normal seinen Anker an. Gottes Stimme hat es in unserer lauten Welt schwer.

Daran musste ich denken, als ich das Gottesknechtslied las, dem das Bibelwort für diesen Tag entnommen ist. Gott der Schöpfer und Herr der Welt setzt auf die leisen Töne. Er macht keinen Lärm, auch nicht um sich. Es ist nicht Gottes Art, auch nicht die Art von Jesus.

Im Lied vom Gottesknecht im 42. Kapitel des Jesajabuches ist die Rede davon, dass dieser Auserwählte Gottes nicht laut herumschreien wird.

Wer ursprünglich damit gemeint war, ist in der Forschung umstritten. Manche sehen den heidnischen König Kyros in dem Gottesknecht. Als Werkzeug Gottes erlaubte er den Verbannten in Babylon die Rückkehr in die Heimat.

Die frühen Christen sahen in diesen Liedern das Leben und Sterben von Jesus vorweg beschrieben. Der Gottesknecht steht in einer einzigartigen Beziehung zu Gott. Er hat einen einzigartigen Auftrag.

In seinem Reden und Handeln offenbart sich die Liebe und Zuwendung Gottes zu den Menschen. Sein Sterben bedeutet Heil für die Welt.

Diese Zuwendung Gottes wurde damals durch den Propheten den Israeliten in der babylonischen Gefangenschaft verkündet. Als sie am Ende waren, wurde ihnen Zukunft eröffnet. Als die Heimat verloren war und sie in der Fremde leben mussten, sagte Gott durch seinen Boten den neuen Anfang zu.

Gott steht zu seinen Zusagen. Gott ist in seiner Treue zu seinen geliebten Menschen beständig. Das war damals so im Blick auf die Verbannten in Babylon und auf sein Volk Israel. Das ist heute so.

Aus Israel ist Jesus hervorgegangen, der allen Völkern neues Leben schenken will. Sein Leben, seine Worte und Taten, sein Tod am Kreuz und seine Auferstehung sind von globaler Bedeutung. Jesus ist der Auserwählte Gottes. Auf ihm ruht Gottes Wohlgefallen.

Diese gute Nachricht muss unter die Leute. Das gilt, auch wenn sie im lauten Stimmengewirr unserer Zeit und in den unzähligen Nachrichten die täglich an unser Ohr kommen, leicht überlagert wird.

Gott sei Dank, haben wir heute vielfältige Möglichkeiten auch mit Mitteln der modernen Technik, Jesus als den Erlöser und Heiland der Welt zu bezeugen. Noch dringt seine leise Stimme, sein stilles Werben um jeden einzelnen Menschen in alle Welt.

Es liegt an Ihnen und mir, die Stille zu suchen und auf seine Stimme zu hören. Es ist unser christlicher Auftrag, zu bezeugen, was Gott im Gottesknechtslied über seinen Sohn sagt:

Siehe, das ist mein Knecht, den ich halte und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat.“

Autor: Dekan Michael Wehrwein


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