Gott hat mehr Macht als die Mächtigen dieser Welt

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Was hat der Frühling mit Politik zu tun?

Alles grünt und sprießt, das Herz wird erfrischt, die Natur erwacht zu neuem Leben - das erfreut das Herz. Ich staune. Da steht ein starker Gott dahinter. Einer, der etwas kann, der die Macht hat, Pflanzen, Tiere und Menschen wachsen und gedeihen zu lassen.

Der Prophet Jeremia im Alten Testament lässt eine Botschaft Gottes an die Könige der Nachbarländer ausrichten. Es geht dabei eigentlich um Politik, aber zuerst wird Gottes Schöpferkraft vorangestellt.

Es ist die Losung der Herrnhuter Brüdergemeine des heutigen Tages. Sie heißt:

„Ich habe die Erde gemacht und Menschen und Tiere, die auf der Erde sind, durch meine große Kraft und meinen ausgestreckten Arm und gebe sie, wem ich will.“

So steht es im Jeremiabuch, Kapitel 27, Vers 5.

Gott stellt sich hier vor als Schöpfer, der die Erde, Menschen und Tiere gemacht hat - und als Herr der Geschichte. „Durch meine große Kraft und durch meinen ausgestreckten Arm“ - diese Worte erinnern den Leser des Alten Testaments an andere Bibelstellen, die von Gottes gewaltigem Eingreifen erzählen. Besonders der Auszug aus Ägypten hat sich tief eingeprägt in das Gedächtnis des Volkes Israel: Wie Gott sie aus der Sklaverei herausgeholt hat „mit starker Hand und ausgestrecktem Arm“. Und es ermutigt, zu glauben, dass Gott das, was er damals getan hat, immer wieder tun wird: Dass er Menschen aus ihrer Not herausholt und zeigt, dass er der Herr der Geschichte ist.

Gott gibt die Macht - aber warum und wem, das kann ich oft nicht verstehen. Er gibt sie anders, als ich sie verteilen würden. Oft kann ich nicht verstehen, warum bestimmte Leute anderen Leid zufügen und frage mich, warum gerade sie so viel zu sagen haben.

Nun schaue ich aus dem Fenster, den Blick auf die erwachende Natur. Und da erinnere ich mich wieder: Gott hat noch mehr Macht. Denn: Wer von den Mächtigen dieser Welt könnte eine einzige Tulpe wachsen lassen oder einen Vogel dazu bringen, ein Nest zu bauen? Die Mächtigen dieser Welt können nur das Gegenteil. Sie können die Tulpen zertreten und die Vogelnester kaputt machen.

Erschaffen, mit Leben erfüllen - das kann nur der, der größere Macht hat.

Oft ist es so, dass ich etwas nicht verstehe. Dass etwas weh tut. Dass ich etwas als schlimm, bedrückend und schrecklich empfinde. Kann es sein, dass Gutes dabei herauskommen wird?

Wenn eines meiner Kinder einen Splitter im Zeh hat, dann kann ich versuchen, ihm zu helfen und den Splitter herauszuholen. Aber zuerst tut es weh. Zuerst muss mein Kind die Schmerzen ertragen, die ich ihm zufügen muss, um an den Splitter heranzukommen. Gut, wenn das Kind in dem Alter ist, dass es das versteht. Und trotzdem ist es schwer für mich als Mutter, wenn ich weiß: Ich muss dem Kind erst einmal weh tun.

Wie schwer muss es für Gott gewesen sein, mit anzusehen, wie sein Sohn Jesus geschlagen, verspottet und ans Kreuz geschlagen wurde. Und doch kam daraus die Rettung. Unsere Sünden, unsere Schmerzen - alles hat er getragen und hat es zu einem guten Ausgang geführt.

Wenn wir unter so manchen schweren Situationen leiden - Jesus ist uns nah und geht durch dieses dunkle Tal mit uns. Und es geht weiter. Mit ihm. Er lädt uns ein, weiterhin ihm zu vertrauen, dass er es am Ende gut machen wird.

Dieses Vertrauen zu lernen - vielleicht kann uns der Frühling dabei helfen. Ich möchte mich erinnern: Es ist der Herr, der alles kann, der alles gemacht hat. Er steht als Schöpfer und Herr der Geschichte hinter allem, was geschieht.

Autor: Sigrun Teßmer


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