ERF Plus - Wort zum Tag SOS

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Dieses Ausmalbild aus Kindertagen habe ich noch deutlich vor Augen: Wild und ungestüm bäumen sich Berge von Wasser auf. Ein Boot droht im Sturm zu kentern. Die Leute darin sind von Angst und Panik gezeichnet.

Und – was ist das? Zwei Menschen befinden sich außerhalb des Bootes! Mitten zwischen schäumenden Wellenkronen. Aber sie sind nicht über Bord gegangen. Die wollen aufeinander zugehen.

Der eine: Petrus. Wagemutig, aber in diesem Moment am Ende seiner Kräfte. Dem Untergang nahe. Schaut man nur auf ihn, meint man: Der ist wahnsinnig, das Boot zu verlassen auf stürmischer See. Und weshalb haben ihn eigentlich die Wassermassen noch nicht vollkommen verschluckt?

Der eine: Petrus. Der andere: Jesus. Aufrecht. Ruhig. Besonnen. Und man erkennt, wie er dem Versinkenden seine Hand entgegenstreckt.

Die Geschichte zu meinem alten Ausmalbild erzählt der Evangelist Matthäus im 14. Kapitel. „Jesus und der sinkende Petrus auf dem See“ so lautet die Kapitelüberschrift in meiner Bibelausgabe. Zwei Verse daraus: „Als Petrus den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, rette mich! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn.“

Als Kind hat mich diese Szene fasziniert. Und als Erwachsener berührt sie mich stark. Wenn ich diese Geschichte im übertragenen Sinne deute, dann ist sie eine große Hilfe.

Auch ich verstehe mich als einer, der Jesus nachfolgt. Mein Glaube an die Kraft des Herrn steht fest. Dennoch kommen Zweifel auf. Besonders dann, wenn die Wellen der Not und Verzweiflung über mir zusammenschlagen.

Jeder von uns könnte jetzt erzählen, wie das war als …als die Diagnose der unheilbaren, zerstörerischen Krankheit auf dem Tisch lag; als die Nachricht vom Unfall eintraf; als plötzlich mitgeteilt wurde, die Arbeit zu verlieren und die gesamte Existenz auf dem Spiel stand.

Jeder von uns kennt die Hilflosigkeit, zu versinken. Keinen Halt mehr zu finden. Nur noch zu rudern, um den Kopf oben zu behalten. Aber der Sog in die Tiefe scheint stärker.

Plötzlich ist die Hoffnung weg wie das Paddel, das einer im Boot eben noch in der Hand hielt. Im nächsten Augenblick wurde es ein Raub der Fluten. Der Verzweiflungsschrei von Petrus fährt mir durch Mark und Bein: „Herr, rette mich!“

Drei Dinge zähle ich in dieser furchtbaren Lage vergleichbar mit anderen schlimmen Situationen zu dem Wunderbaren: Zuerst: Petrus hat eine Adresse, an die er seinen Hilferuf absetzen kann. Das SOS seines Lebens erreicht den Empfänger. Das wünsche ich allen, diese Klarheit den Herrn anrufen zu können und mit letzter Vertrauenskraft drauf zu setzen, dass er hört und handelt.

Das Zweite betrifft sein Handeln. Jesus streckt die Hand aus und ergreift Petrus. Jesus streckt die Hand nach uns aus und hält uns fest. Auch Petrus ist bereits ein Stück versunken, aber er ist nicht untergegangen.

Ich glaube – und bitte um diesen Glauben, dass mich die Kraft der Liebe des Herrn nicht untergehen lässt.

Schließlich das Dritte: Es zeigt, wie es um die Gefolgsleute Jesu steht. Um die Jünger von damals und heute. Wir alle sind auf den Herrn und sein Eingreifen angewiesen.

Seine Hand brauchen wir. Sein Wort brauchen wir. Seine Vergebung brauchen wir.

„Warum zweifelst du?“ Das ist die seelsorgerliche Frage des Herrn an Petrus. Es ist die Frage an den Geretteten.

Warum zweifeln wir? Weil die Angst hin und wieder stärker ist als das Vertrauen. Jesus weiß es. Auf dem See ruft er im Sturmgetöse den Seinen zu: „Seid getrost, ich bin´s; fürchtet euch nicht!“ (Matthäus 14,27) Dieser Ruf zieht sich wie ein Band durch die gesamte Heilige Schrift: „Fürchtet euch nicht!“

Ich möchte mir etwas vom kindlichen Glauben bewahren, der mich schon damals, als ich das Bild ausgemalt habe, getröstet hat: Wenn Jesus da ist, geht’s gut aus.

Autor: Karsten Loderstädt


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