ERF Plus - Wort zum Tag Rente in Sicht

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Wenn man – wie ich – so langsam in Richtung Rentenalter kommt, lernt man es besser zu verstehen, was Ps. 71,9 so formuliert: „Verwirf mich nicht in meinem Alter, verlass mich nicht, wenn ich schwach werde.“

Wenn die eigenen Kräfte weniger werden – sind wir dann auch weniger wert? Kann Gott uns dann nicht mehr so gebrauchen wie bisher?

Der Psalmbeter erinnert sich in den Versen vorher daran, was Gott ihm seit seiner Jugendzeit Gutes getan hat. Wie Gott ihm geholfen hat, ihn durch Schwierigkeiten hindurchgeführt hat. Denn Schwäche ist ja nicht auf das Alter beschränkt. Und weil er Gottes Hilfe in seinem Leben immer wieder erfahren hat, lässt ihn das auch getrost werden - jetzt, wo das Alter seinen Tribut fordert.

Der Vers 9 ist daher keinesfalls nur ein Vers für alte Menschen. Ich selbst habe diesen Vers auch früher öfter einmal gebetet. Herr, halte mich fest. Verwirf mich nicht. Selbst dann nicht, wenn ich einmal alt werde und meine Kraft dauerhaft zurückgeht. Dieses Gebet hat mir Trost gegeben für Zeiten der Schwäche.

Vielleicht erleben Sie gerade eine solche Zeit. Vielleicht ist es auch die gegenwärtige Corona-Situation, die Ihnen zu schaffen macht. Die Sie untätig werden lässt oder vielleicht auch zur Untätigkeit zwingt. Die Ihnen Angst macht und Sie lähmt. Da kann so ein Vers wie dieser helfen, den Kopf zu erheben.

Machen Sie es doch wie der Psalmschreiber: Fangen Sie an darüber nachzudenken, was Gott schon Gutes in Ihrem Leben getan hat. Wie Gott Sie in der Vergangenheit durch Zeiten der Schwäche hindurchgetragen hat. Nehmen Sie sich einen Zettel und schreiben auf, was Ihnen einfällt. Und dann danken Sie Gott für diese Dinge. Der Gott, der Sie bisher getragen hat, der Ihnen bisher geholfen hat, wird Sie auch in der Zukunft nicht verlassen.

Das bedeutet nicht, dass dadurch plötzlich alles einfach und leicht wird. Der Psalmdichter betet ja auch nicht, dass Gott die Schwachheit seines Alters wegnehmen möge. Er bittet vielmehr darum, dass Gott ihn auch im Alter tragen und ihn nicht verlassen wird. Das ist ja gerade das Besondere an dem Gott, an den wir glauben: Er hält es mit den Schwachen. Er lebt, wie Jesaja das einmal sagt (Jes. 57,15) nicht nur in der Höhe und im Heiligtum, sondern gerade auch bei denen, „die zerschlagenen und demütigen Geistes sind“.

Auch Paulus hat diese Erfahrung gemacht. Er war schwach, denn er kämpfte mit einer körperlichen Krankheit. Wir wissen nicht genau, was das war. Es belastete ihn jedenfalls sehr und hatte auch viele Auswirkungen auf seinen Dienst. Deshalb betete er zu Gott und bat ihn, dass er ihn heile. Wie oft hatte er das an Anderen erlebt: Gott war und ist ein Gott, der heilen kann. Aber Paulus wurde nicht geheilt. Gott machte ihm aber klar, dass er ihn auch mit seiner Schwachheit gebrauchen kann. Ja, dass das sogar Gottes Größe besonders deutlich macht, dass er in unserer Schwachheit mächtig ist.

In diesem Sinn lade ich Sie ein, unseren Psalmvers noch einmal ganz persönlich zu beten. Gleichgültig, ob Sie sich gerade schwach fühlen, ob Sie alt sind oder sich vor dem Alter fürchten. Sie dürfen ihn bitten: „Herr, verwirf mich nicht in meinem Alter, verlass mich nicht, wenn ich schwach werde.“ Und Sie dürfen gewiss sein, dass er dieses Gebet erhören wird.

Autor: Hans-Georg Wünch


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