ERF Plus - Wort zum Tag Gottes Anziehungskraft

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Was ich mit eigenen Augen gesehen habe, dessen bin ich mir gewiss. Was ich nur gehört habe, überzeugt weit weniger! Denn Worte sind schnell gemacht und können leicht trügen. Was sage ich, wenn man an meinen Worten zweifelt: „Aber ich habe es doch mit eigenen Augen gesehen!“ Genau davon redet die Losung der Herrnhuter Brüdergemeine aus dem 5. Buch Mose, Kapitel 4, Vers 9: „Hüte dich nur und bewahre deine Seele gut, dass du nicht vergisst, was deine Augen gesehen haben.“

Was hatten Mose und das Volk gesehen? Z. B. das furchtbare Strafgericht Gottes (4. Mose 25): Als Jahwe sein Volk aus der Wüste in das fruchtbare Land geführt hatte, herrschte dort Baal Peor. Er war für die Fruchtbarkeit zuständig, von der doch alle Bauern abhängen! Der Jahwe Israels war gut für die Wegführung in Steppe und Wüste gewesen! Aber konnte er auch für die Fruchtbarkeit der Tiere und Felder sorgen? Dafür musste doch ein anderer Gott her, der sich damit auskannte: Baal Peor, verehrt im orgiastischen Fruchtbarkeitskult der Kanaanäer!

Sein Kult entwickelte enorme Anziehungskraft auf die ehemaligen Wüstennomaden. Pralles gegen karges Leben, das sie in der Wüste gefristet hatten! Aber nun? Während die Kanaanäer sich Baal im Liebesrausch hingaben, glaubten sie, ihn anzuregen, ihnen nachzutun und seinen Samen als Regen auf ihre Felder zu ergießen! Wer konnte dieser religiösen Lust widerstehen, Baal durch eigenes Beispiel anzuregen? Viele der israelitischen Männer ließen sich verlocken, sich in vermeintlichem Gottesdienst den moabitischen Frauen hinzugeben und in deren sexuellen Riten ihrer Lust zu frönen und der Fruchtbarkeit zu dienen! Massenhaft jedoch starben sie durch den Zorn Gottes wegen ihres Verrats an ihm!

Gottes tödliche Plage brachte erst das unerbittliche Strafgericht des Priesters Pinhas zum Stillstand. Als sich ein israelitischer Mann mit einer Moabiterin vereinigte, durchbohrte er beide mit einem Speer. Inmitten der Lust ein totbringendes Gericht! Das setzte Israels lustvollem Treiben ein jähes Ende. Danach hörte auch die Plage Gottes auf, der 24.000 Israeliten zum Opfer gefallen waren. Gewaltige Zahlen, die das Ausmaß des göttlichen Gerichts bezeugen sollen!

Religion war damals eine Sache auf Leben und Tod! Aber heute? Die meisten erleben Gottesdienste nur als lästige Unterbrechung ihres Wochenendes. Der Gott, der einstmals für Säen und Ernten, Wachsen und Reifen zuständig war, scheint in einer Welt der Technik und der Wissenschaft ausgedient zu haben. Wie er damals als Wegführer für die Bauern überflüssig wurde, so wird er heute als Geber der Fruchtbarkeit in den industriellen Prozessen und den Fortschritten der Wissenschaft nutzlos. Also verstauben Glaube und Kirche an den Rändern modernen Lebens und verblassen in ihren musealen Einrichtungen.

Damals rangen die Propheten darum, die bleibende Macht des Wüstengottes auch in der Fruchtbarkeit zu offenbaren. Heute muss das Ringen der Christen doch darum gehen, die Macht Gottes auch in den wissenschaftlich-technischen Prozessen aufzudecken! Nur dann würde Gott wieder als lebensnotwendige Mitte der neuzeitlichen Kultur erkannt werden!

Ob Weltfriede, Ukraine, Sorge ums Gas und die Stabilität des Geldes uns Sorgen machen, an mancher Stelle geraten die sonst so verlässlichen Mächte wissenschaftlicher Weltsteuerung an ihre Grenzen. Damit stellt sich die uralte Frage neu: Wer hat das Schicksal unserer Welt, aber auch meines Lebens in seiner Hand?

Paul Gerhard singt: „Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl“! Das will ich heute erneut glauben und daraus leben!

Autor: Pastor Dr. Georg Gremels


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