Nennt mich Soraya – Start in ein neues Leben (1/2)

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Im Alter von 13 Jahren outet sich Josué in seiner Klasse als trans. Der Teenager empfindet sich als weiblich, trotz männlicher Geschlechtsmerkmale. Aus Josué wird Soraya. In einer Langzeitbeobachtung dokumentiert SRF DOK Sorayas Weg in ein neues Leben. Am schwersten tut sich der Vater: «Man hat 13 Jahre einen Jungen und dann erzählt einem dieser, dass er sich als Mädchen fühlt. Das ist schwierig zu akzeptieren». Das Coming-out des Kindes, die Ohnmachtsgefühle des Vaters, die Sorgen der Mutter; alles ist noch ganz frisch, als die Familie einwilligt, einen Film über das Schicksal ihres jüngsten Kindes zu drehen. Was braucht ein Mensch, um sich im Leben richtig zu fühlen? Für Soraya sind es zu diesem Zeitpunkt drei Dinge: Ein Medikament, das die männliche Pubertät verhindert, die Abgabe weiblicher Hormone und die geschlechtsanpassende Operation. Mit 16 Jahren soll nach ihrem Willen alles erledigt sein. Doch daraus wird nichts. Sechs Jahre lang mit der Kamera begleitet Soraya ist eines der jüngsten trans Mädchen der Schweiz. Sie muss nicht nur rechtliche und medizinische Hürden überwinden, sondern auch gesellschaftliche. Ausgrenzung und Vorurteile lassen sich nicht wegoperieren. Ebenso wenig die Ungeduld und die innere Wut des Teenagers. Mehr als sechs Jahre begleiten Filmemacher Daniel Stadelmann und Kameramann Otmar Schmid Soraya und ihre Familie, dokumentieren innere Veränderungen und äusserlichen Fortschritt. Entstanden ist ein einzigartiger und berührender, zweiteiliger «DOK»-Film über einen Menschen, der allen Widrigkeiten zum Trotz den eigenen Platz im Leben sucht. Ein Film, der über das Einzelschicksal hinaus einen Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte über den Umgang mit Transidentität und Homophobie leisten kann. «Ich würde mit all meinen Freundinnen tauschen», sagt Soraya an einer Stelle des Filmes über ihr Leben. Man möchte es Soraya am liebsten nicht glauben.

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