Die Woche SPEZIAL – Der Pfefferminzia Sonder-Podcast zum Thema Gesundheit

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Im Gespräch Mit Folke Tedsen, HanseMerkur

Wie kann ich eigentlich gesund bleiben? Und wie kann mich mein Krankenversicherer dabei unterstützen? Diese Fragen stellen sich die Deutschen aktuell häufiger – natürlich auch wegen der Corona-Pandemie. Das wird der privaten Krankenversicherung neuen Auftrieb verleihen, glaubt Folke Tedsen, der bei der HanseMerkur die Abteilungen Kranken-Leistung und Service-Center leitet. Und auch das Thema Prävention wird in seinen Augen immer wichtiger werden. Wie auch Vermittler davon profitieren können, verrät er im Interview.

**Die Pfefferminzia-Leserumfrage ** Die Corona-Pandemie hat ein Thema schlagartig in das Bewusstsein der Menschen hierzulande gerückt: die eigene Gesundheit. Wie fragil sie sein kann, zeigt das so schnell um sich greifende Virus deutlich. Hat sich durch dieses stärkere Bewusstsein die Arbeit der Vermittler und Makler verändert, wenn es um die Beratung zum Thema private Krankenversicherung geht? Das wollten wir in unserer Pfefferminzia-Leserumfrage zum Thema Gesundheit von unseren Lesern wissen. 145 Makler und Vermittler machten Ende 2020 dabei mit.

60 Prozent der Befragten stellen durch Corona danach „keine Veränderung“ hinsichtlich der Gesprächsgrundlage in der Sparte Krankenversicherung fest. 25 Prozent geben an, sie habe sich „deutlich verbessert“ oder „eher verbessert“. Als „eher verschlechtert“ und „deutlich verschlechtert“ sehen 15 Prozent unserer Leser die Ausgangsbasis für eine Beratung zum Thema PKV an.

Hat sich die Form der Beratung durch Corona verändert? Fast vier von zehn Pfefferminzia-Lesern stellen eine stärkere Akzeptanz der Online-Beratung fest. 63 Prozent bemerkten im Umkehrschluss aber keine Veränderung. Eine Online-Beratung, zum Beispiel per Video, führen 40 Prozent der Umfrageteilnehmer „nie“ durch. Weitere 19 Prozent geben an, dieses Medium „selten“ zu nutzen. Knapp ein Drittel tut das aber „häufig“ oder sogar „sehr häufig“. Die meisten Umfrageteilnehmer setzen also wie gehabt vor allem auf den persönlichen Austausch mit dem Kunden – und dem Versicherer. Zwei von drei Lesern wünschen sich bei den Gesellschaften nämlich persönliche Ansprechpartner, wenn es um die Unterstützung des Vertriebs geht.

Wo sich die Befragten durchaus mit der Digitalisierung anfreunden können, ist im Bereich der Telemedizin. Digitale Innovationen im Gesundheitswesen, wie Videosprechstunden mit dem Arzt, die digitale Patientenakte oder Gesundheits-Apps halten viele für sinnvoll. Aktiv sprechen die Umfrageteilnehmer ihre Kunden im Zusammenhang mit einer PKV-Beratung auf solche digitalen Services aber nur selten an. 46 Prozent sind hierbei eher verhalten. Weitere 21 Prozent gehen bei diesem Thema gar nicht auf ihre Kunden zu. „Häufig“ oder „sehr häufig“ nennt ein Drittel der teilnehmenden Makler und Vermittler als Antwort.

Ein weiteres Ergebnis unserer Umfrage: Ein wichtiges Thema für 69 Prozent unserer Leser ist die betriebliche Krankenversicherung. Denn: Der kollektive Zugang erleichtere Annahmen und ermäßige Beiträge für den einzelnen Mitarbeiter. 44 Prozent sehen Chancen zum Beispiel „durch Cross-Selling, steuerliche Vorteile und fehlende Ausschluss-Klauseln“.

Allerdings gibt es hier auch Hürden. Die aktuell größte ist für 62 Prozent unserer Leser der zu hohe Beratungsaufwand. Dass die Produkte zu kompliziert sind, empfinden weitere 34 Prozent so. Die Vergütung ist 19 Prozent unserer Leser zu gering für die Vermittlung eines bKV-Produkts. Andere Hinderungsgründe seien etwa, dass „die Arbeitgeber nicht mitspielen und die Vorteile der bKV nicht erkennen“. 

Na, vielleicht liefert die Corona-Pandemie ja auch hier viele wertvolle, neue Argumente für eine betriebliche Krankenversicherung. Denn auch vielen Arbeitgebern ist in den vergangenen Monaten schließlich bewusst geworden, wie schnell die Mitarbeiter durch ein kleines Virus außer Gefecht gesetzt werden können.

Im Gespräch Mit Kabil Azizi, Gothaer

Die Corona-Pandemie hat zahlreiche Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gebracht. Vor diesem Hintergrund stehen Investitionen erstmal hinten an, richtig? Nun, nicht unbedingt. Bei der betrieblichen Krankenversicherung hat die Gothaer zumindest noch keine Einbrüche erlebt, berichtet Kabil Azizi, Vertriebskoordinator Gesundheit bei dem Kölner Versicherer, in unserem Interview. Im Gegenteil habe das Virus den Arbeitgebern noch einmal verdeutlicht, wie wichtig eine gesunde Belegschaft für ein florierendes Unternehmen ist. Welche Vorteile die bKV für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und auch für Vermittler hat, darauf geht Azizi im Interview ausführlich ein.

Das Trendthema

Von Pandemie zu Prävention: Das Corona-Virus, das sich 2020 in Windeseile weltweit verbreitete, hat viel verändert. Dazu gehört auch das Gesundheitsbewusstsein der Deutschen. Insbesondere das Thema Prävention ist für viele Bundesbürger nun wichtiger geworden. So halten 44 Prozent der Deutschen Präventionsmaßnahmen seit Beginn der Corona-Pandemie für wichtiger als zuvor. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschers Civey im Auftrag des Pharmaunternehmens Pfizer Deutschland.

Und während 79 Prozent der Befragten die Meinung äußern, das deutsche Gesundheitssystem sei gut darin, Krankheiten zu behandeln, geben das nur 58 Prozent der Umfrageteilnehmer an, wenn es um die Krankheitsvorbeugung geht. Es werden in Deutschland zwar schon einige Präventionsmaßnahmen angeboten und auch erstattet. Oft erreichen sie aber gerade die Menschen nicht, denen sie am meisten helfen würden.

„Leicht zugängliche Präventionsangebote sind entscheidend, wenn wir unser Gesundheitssystem zukunftsfähig machen wollen“, zieht Martin Fensch, Mitglied der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland, ein Fazit aus den Umfrage-Ergebnissen. „Die Notwendigkeit, mehr für die eigene Gesundheit zu tun, um gesund zu bleiben, haben die Menschen durch Corona erkannt. Jetzt gilt es, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu setzen und Vorsorge einfacher zu machen“, so Fensch weiter.

Der gleichen Meinung ist Joachim Haid, Riester-Kenner und Gründer und Geschäftsführer des Gesundheitsprogramms Paleo-Mental, das auf eben diesen Präventionsgedanken setzt. Haid sieht hier Versicherer und Vermittler gleichermaßen gefordert. Die Versicherer müssten davon wegkommen, reine Leistungserbringer im Krankheitsfall zu sein, und dazu übergehen, Gesundheitsmanager des Kunden zu werden. „Es braucht Spezialtarife, die zum Beispiel die Kosten für orthomolekulare Blutbilder oder für Analysen der Darmgesundheit übernehmen, die Ernährungsberatungen bezahlen, so was“, sagt der Gesundheitsexperte.

Den Vermittlern schlägt Haid ein Umdenken beim Beratungsansatz vor. Studien wie der Kantar Werte-Index zeigten, dass für die Deutschen seit Jahren das Thema Gesundheit an erster Stelle stehe – noch vor Familie und Finanzen, sagt Haid: „Dennoch erfolgt die Ansprache des Kunden meist zu Themen wie Krankheiten, Verlust der Arbeitskraft, Pflegefall, Unfallfolgen oder frühzeitigem Todesfall.“

Zumindest bei den Versicherern hat ein Umdenken bereits eingesetzt. Zum Standard-Repertoire eines Krankenversicherers gehört mittlerweile eine eigene App, über die der Kunde mindestens Rechnungen einreichen kann – wenn nicht deutlich mehr. So weisen manche Versicherer über ihre digitalen Anwendungen auf empfehlenswerte Vorsorgeuntersuchungen hin, liefern Unterstützung bei Diabetes oder bieten ihren Kunden einen Arzt-Zweitmeinungsservice an.

Die Möglichkeiten sind vielfältig: Bei der App Tinnitracks hört der Versicherte zum Beispiel Musik, die genau auf die Frequenz seines Tinnitus eingestellt ist. Dadurch sollen die für den Tinnitus verantwortlichen Hörzellen wieder ins Gleichgewicht gebracht und der Tinnitus gelindert werden. Die Rücken-App Kaia wiederum soll über Trainingseinheiten von 15 Minuten dazu beitragen, dass sich die Rückenschmerzen der Kunden verbessern. Und akut psychisch Erkrankte, die noch auf einen Therapieplatz warten, können über das Portal Selfapy Online-Therapiekurse absolvieren oder persönliche Gespräche mit Psychologen am Telefon oder per Chat führen.

Die Beispiele zeigen: Es tut sich was am Markt. Nur wissen die Kunden über diese Angebote nicht unbedingt immer Bescheid. Und hier kommen verstärkt die Vermittler ins Spiel. Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky von der Denkfabrik 2b Ahead sieht die Hauptaufgabe des Vertriebs künftig nicht mehr darin, Versicherungsverträge zu verkaufen. Vielmehr werde es darum gehen, „für seine Kunden die besten Apps und die modernste Gesundheitssoftware zu recherchieren.

Ein Paradigmenwechsel steht im Vertrieb also an. Die Richtung geht zu einer Beratung, die nicht über den Preis kommt und auch nicht über die Leistungen eines Versicherungsprodukts informiert. Vielmehr wird es darum gehen, mit dem Kunden zusammen zu erarbeiten, wie dieser gesund bleiben kann.

Im Gespräch Mit Nina Henschel, R+V Krankenversicherung

Für 80 Prozent der Menschen in Deutschland ist Gesundheit das Wichtigste im Leben. Der Absicherungsbedarf ist dabei enorm. Und das Potenzial ebenfalls, sagt Nina Henschel, Vorstandsmitglied der R+V Krankenversicherung. Denn gerade das Thema Gesundheit liefere regelmäßige Kontaktpunkte zum Kunden, was die Bindung stärke und das Cross-Selling-Potenzial erhöhe, erklärt uns die Kölnerin im Gespräch.

Der Ups-Faktor

Von spezieller Rückenschmerztherapie bis zur Tinnitus-App: Private Krankenversicherer bieten ihren Kunden immer mehr Service-Leistungen an. Das Problem: Vielen Versicherten ist das überhaupt nicht bekannt, zeigt eine aktuelle Umfrage der Rating-Agentur Assekurata. Die Analysten fragten 500 PKV-Versicherte danach, inwieweit sie mit den Gesundheitsservices ihres Versicherers vertraut sind. Das Ergebnis überrascht: Nur 50 Prozent der Befragten wissen überhaupt von den Extra-Leistungen ihrer Gesellschaft.

Während über drei Viertel der Befragten angaben, über allgemeine Informationsschreiben auf die zusätzlichen Leistungen aufmerksam geworden zu sein oder sich selbst informiert zu haben, wurden nur 7 Prozent direkt im Hinblick auf ihre Erkrankung vom Krankenversicherer kontaktiert.

Assekurata vermutet, dass dieser geringe Wert zum einen datenschutzrechtliche Gründe hat, zum anderen aber auch mit der schlechten Datenqualität und Datenanalyse der Gesellschaften zusammenhängt. „Auf dem Weg vom Payer zum Player bleibt hier definitiv noch viel zu tun für die Unternehmen“, resümieren die Tester. Nur mit einer bedarfsgerechten Informationspolitik würden sich auch die erhofften Effekte des Gesundheitsmanagements einstellen.

Wie sehr die Kunden an gezielten Unterstützungsleistungen interessiert sind, zeigt der Umstand, dass 93 Prozent der Befragten einem solchen Angebot grundsätzlich offen gegenüberstehen. Nur 7 Prozent wünschen sich in dieser Hinsicht keine Unterstützung durch ihre PKV. Betrachtet man nur die chronisch Kranken steigt die Offenheit sogar auf 95 Prozent. Laut Assekurata kommt daher gerade dieser Zielgruppe eine besonders hohe Bedeutung zu.

Im Gespräch Mit Benjamin Schröder, HALLESCHE

Normalerweise läuft das so: Man fühlt sich nicht, und geht zum Arzt. Kann es aber auch sinnvoll sein, sich in solch einem Fall an seinen Krankenversicherer zu wenden, und diesen um Hilfe zu bitten? Ja durchaus, findet Benjamin Schröder, Zentralbereichsleiter Service und Gesundheitsmanagement bei der Halleschen. Warum das so ist und welche Chancen und Herausforderungen er 2021 für die private Krankenversicherung sieht, erklärt er uns im Interview.

Der Pfefferminzia Gesundheitstag.digital

Ein Podcast zum Thema Gesundheit ist ja schön und gut, aber Sie wollen noch mehr und noch tiefergehende Infos? Und dafür auch noch Weiterbildungsminuten einheimsen? Na, dann haben wir was Passendes für Sie. Am 25. Februar 2021 veranstaltet Pfefferminzia einen digitalen Gesundheitstag. Um 11 Uhr geht es los. Dann erwarten Sie Vorträge und Workshops zu den Bereichen Krankenversicherung, Gesundheit und Prävention sowie Arbeitskraftabsicherung. Zu unseren Top-Referenten gehören Philip Wenzel, Hagen Engelhard, Stephan Kaiser, Nicolas Vogt und Joachim Haid.

Als Versicherungsmakler und -vermittler erhalten Sie auf dem Gesundheitstag wertvolle Tipps für eine zielgerichtete Kundenansprache. Und – selbstverständlich – auch ordentlich Weiterbildungszeit. Und das Beste: Dank unserer Co-Gastgeber Hallesche und Inter ist die Veranstaltung für Sie kostenlos! Interessiert? Dann schauen Sie auf der Veranstaltungswebsite vorbei und melden Sie sich direkt an unter www.gesundheitstag.pfefferminzia.de

Und das war es mit dem Pfefferminzia Sonder-Podcast zum Thema Gesundheit. Ihnen schwebt ein weiteres Thema vor, dem wir uns mal im Detail widmen sollen? Dann morsen Sie uns an unter redaktion@pfefferminzia.de

Dann bis zum nächsten Podcast. Machen Sie es gut, und vor allem: Bleiben Sie gesund!

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