Die Woche #70 – Der Pfefferminzia Podcast für Versicherungshelden

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Willkommen zu Folge 70 unseres Podcasts!

Im Gespräch Mit Rainer Jacobus, Ideal Versicherung

Rainer Jacobus ist seit vielen Jahren begeisterter Bobsportler. Davon kann sich jeder zum Beispiel bei Youtube selbst überzeugen. Wer mag, kann dort den Vorstandsvorsitzenden der Ideal Versicherung dabei begleiten, wie er die knapp 1,5 Kilometer lange Strecke in Altenberg im Erzgebirge in 61 Sekunden entlangschlittert – und dabei das Geschehen höchstpersönlich aus dem Cockpit kommentiert. Die halsbrecherische Abfahrt im November 2019 absolvierte Jacobus zusammen mit Francesco Friedrich, der mit elf Titeln Rekordweltmeister ist und dazu noch Doppel-Olympiasieger von 2018. Es habe einen Kurvendruck von „fünf bis sechs G“ geherrscht, schildert der Ideal-Chef im Anschluss. Gut zwei Jahre später spricht die Welt fast nur noch von 2G oder 3G. Wie sehr sich die Zeiten auch in der Versicherungsbranche gewandelt haben – und wie er die künftigen Entwicklungen aus dem politischen Berlin beurteilt, darüber möchten wir jetzt mit Jacobus sprechen, der sich erwartungsgemäß so furchtlos ins Gespräch stürzt wie in einen Eiskanal. Aber hören Sie selbst.

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Die News der Woche „Für laufende Riester-Verträge soll ein Bestandsschutz verankert werden“ – so steht es im Koalitionsvertrag der Ampel-Koalition. Wie ein Bekenntnis zur Riester-Rente klingt das nicht gerade. Wenn es dann auch noch heißt, dass das neue Bündnis aus SPD, Grünen und FDP „die gesetzliche Anerkennung privater Anlageprodukte mit höheren Renditen als Riester“ prüfen wolle, erscheinen die Aussichten für die kürzlich 20 Jahre alt gewordene Riester-Rente reichlich trübe.

Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) räumt ein, dass es mit Riester so nicht weitergehen kann. „Wir brauchen einen kompletten Neustart“, sagt GDV-Geschäftsführer Peter Schwark – und knüpft damit verbal an das Ziel der drei neuen Regierungsparteien an, die „das bisherige System der privaten Altersvorsorge grundlegend reformieren“ wollen, wie es im Koalitionsvertrag heißt. Doch Schwark wünscht sich den „kompletten Neustart“ eindeutig innerhalb des Systems der Riester-Rente – und will hier vor allem bei der staatlichen Förderung ansetzen, die „viel von ihrer einstigen Anreizwirkung eingebüßt“ habe, wie er sagt.

Schwark verweist dazu auf aktuelle Berechnungsbeispiele seines Verbandes. Diese zeigten, dass die schleichende Entwertung der staatlichen Zulagen durch Inflation vor allem Menschen aus unteren Einkommensgruppen treffe, „die ausschließlich von Zulagen profitieren und nicht von Steuervorteilen“, so Schwark.

Demnach müsse ein alleinstehender Mann, der den Mindestlohn verdient, im nächsten Jahr 3,22 Euro einzahlen, um einen Euro vom Staat dazuzubekommen. 2002 musste er hingegen nur 2,66 Euro aus eigener Tasche in den Vertrag einzahlen, um umgerechnet einen Euro Förderung zu erhalten. Noch stärker sei der Effekt bei einer alleinstehenden Mutter mit einem Jahreseinkommen von 25.000 Euro und zwei Kindern, die beide vor 2008 zur Welt kamen: Während sie 2002 lediglich 44 Cent für einen Förder-Euro selbst aufbringen musste, wären es im kommenden Jahr mit 81 Cent fast doppelt so viel. „Je nach Einkommens- und Familiensituation sind sogar noch höhere Einbußen möglich“, heißt es seitens des GDV.

Schwark fordert daher von der Ampel-Regierung, die starren Zulagen – die bislang nur einmal angehoben wurden, als die Grundzulage 2018 von 154 auf 175 Euro stieg – durch ein „einfaches, dynamisches Fördersystem“ zu ersetzen. „Denkbar wäre zum Beispiel, dass der Staat zu jedem eingezahlten Euro 50 Cent dazugibt“, wiederholt Schwark eine Forderung, die der Verband bereits 2019 vergeblich hervorbrachte. So ließe sich der schleichende Wertverlust der Zulagen vermeiden, findet der GDV-Manager, der außerdem an die neue Regierung appelliert, den Kreis der Förderberechtigten auszuweiten und die Beitragsgarantie zu lockern, um höhere Renditen zu ermöglichen.

Jingle Die Verbraucherschützer der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sind erfolgreich gegen das Vergleichsportal Check24 vorgegangen. Das Portal kassierte die Abmahnung, weil es einen Tarifrechner für den Vergleich von privaten Krankenversicherungen als „offiziellen Tarifrechner“ vorstellte. Damit habe Check24 den Eindruck erweckt, der Vergleich sei objektiv und ermögliche einen vollständigen Marktüberblick.

„Was offiziell und objektiv klingt, war in diesem Fall alles andere als unabhängig: Die privaten Versicherer, die das Tool nach der Eingabe der Daten ausspuckte, waren nur Anbieter, die bereit waren, mit Check24 eine Provisionsvereinbarung abzuschließen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Verbraucherzentrale.

Die Bezeichnung „offiziell“ suggeriere aber, dass der Rechner alle am Markt aktiven Versicherer und Versicherungstarife enthalte. „Gerade im Bereich Krankenversicherung, mit seinen vielfältigen gesetzlichen Vorgaben, ist es besonders verbraucherunfreundlich, wenn ein Anbieter von einem ‚offiziellen Rechner‘ spricht und dann nur eine eingeschränkte Tarifauswahl bietet“, schimpft Peter Grieble, Leiter der Abteilung Versicherungen, Pflege, Gesundheit der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Nach der Abmahnung wegen Irreführung gab Check24 laut Verbraucherzentrale eine Unterlassungserklärung ab und verpflichtete sich damit, diesen Begriff nicht mehr zu verwenden.

Jingle Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) warnt vor Problemen in der Rentenversicherung – mal wieder. Ändere die neue Bundesregierung ihre Pläne nicht, könnte es in einigen Monaten zu Liquiditätsengpässen kommen. Grund: Die geburtenstarken Jahrgänge werden demnächst ihre Renten beziehen.

Alexander Gunkel, Chef der DRV, weist daraufhin, dass die sogenannte Nachhaltigkeits-Rücklage, die aktuell leicht über der gesetzlichen Vorgabe liege, in den kommenden Jahren planmäßig auf ihre Untergrenze von 0,2 Monatsausgaben zurückgehen werde. „Diese ausgesprochen niedrige Mindestrücklage kann in einzelnen Monaten, vor allem im Herbst eines Jahres, zu Liquiditätsengpässen führen, worauf wir als Selbstverwaltung – aber auch die Rentenkommission – immer wieder hingewiesen haben“, führte er vor wenigen Tagen aus. Die Rentenversicherung fordere daher eine Anhebung der Mindestrücklage, „am besten kombiniert mit einem anderen Zahlungsrhythmus der Bundesmittel“. Gunkel bedaure, dass dies im Koalitionsvertrag nicht aufgenommen worden sei.

Die Ampel-Koalition müsse dringend handeln. „Es gilt, das Vertrauen der Gesellschaft in die Sicherheit der gesetzlichen Rentenversicherung zu stärken und nicht jedes Jahr Debatten über die Liquidität führen zu müssen“, wird Gunkel unter anderem in „Bild“ zitiert.

Auch zur Einführung einer teilweisen Kapitaldeckung in der Rentenversicherung, besser bekannt als „Aktienrente“, äußerte sich Gunkel kritisch: Die angekündigten 10 Milliarden Euro zusätzlich für die Rentenkasse seien viel zu wenig. Das würde nicht einmal ausreichen, um den Beitragssatz über ein Jahrzehnt hinweg auch nur um ein Zehntel Prozentpunkt zu reduzieren, oder um auch nur die Hälfte der Rentenausgaben eines Monats zu finanzieren. Und: „Keinesfalls dürfen für den weiteren Aufbau des Kapitalstocks Beitragsmittel verwendet werden, denn dies wäre entweder mit einer zusätzlichen Belastung der Beitragszahler verbunden oder ginge zu Lasten der Rentnerinnen und Rentner“, forderte Gunkel.

Lob gab es indes für die Ampel-Pläne, neue Selbstständige, die in keinem obligatorischen Alterssicherungssystem versichert sind, künftig in der gesetzlichen Rentenversicherung abzusichern, mit der Möglichkeit eines Opt-outs. „Wir begrüßen dieses Vorhaben ausdrücklich, da der soziale Schutz dieser Gruppe von Selbstständigen dadurch deutlich verbessert werden kann“, so Gunkel.

Jingle Infolge der Corona-Pandemie haben sich viele Versicherungsvermittler neu erfunden und in Windeseile auf eine digitale Beratung umgestellt. Doch eine aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung EY Innovalue ergab nun, dass nur 15 Prozent der Beratungsgespräche – trotz der Einführung neuer Tools – über Onlinekanäle stattfinden.

Dass Vermittlerinnen und Vermittlern nach wie vor viel daran gelegen ist, ihre Kunden auch weiterhin im direkten persönlichen Austausch zu beraten, zeigt der Vergleich zwischen Kunden und Vermittlern hinsichtlich ihrer Einstellung zur Online- beziehungsweise Offline-Beratung. So ergab die Umfrage, dass Kunden eine Online-Beratung signifikant positiver einschätzen als die Vermittler.

In Zahlen ausgedrückt: 54 Prozent der Kunden empfinden eine Online-Beratung als gleich gut im Vergleich zur Offline-Variante, 16 Prozent finden „online“ sogar besser bis viel besser. „Die Vermittler sind dagegen deutlich zurückhaltender“, heißt es bei EY Innovalue. 55 Prozent schätzen die Beratung demnach als schlechter ein, 41 Prozent als gleichwertig und nur 3 Prozent halten den rein virtuellen Prozess für eine bessere Alternative.

Man muss allerdings dazu sagen, dass für die Studie nur etwas mehr als 70 Vermittler und Vermittlerinnen sowie 3.000 Endkunden befragt wurden. Zumindest bei der ersten Gruppe dürfte angesichts der schmalen Befragungsbasis kein repräsentativer Anspruch zu erheben sein. Gleichwohl geben die Ergebnisse Aufschluss darüber, für wie tiefgreifend viele Vermittlerinnen und Vermittler den pandemiebedingten Einschnitt in ihr berufliches Dasein halten. So gehen 76 Prozent der Befragten davon aus, dass die Auswirkungen der Pandemie dauerhaft sein werden. Dabei rechnet nur ein Drittel mit positiven Folgen, 42 Prozent gehen von negativen Auswirkungen aus.

„Durch die Pandemie hat sich das Tempo der Veränderungen in den Vertriebsprozessen deutlich erhöht“, sagt Tobias Schulz, Director bei EY Innovalue. Besonders wichtig werde es daher sein, „die stärkere Verbindung von digitalen Lösungen und persönlicher Beratung so auszugestalten, dass sie für die Vermittler kein Problem, sondern eine echte Lösung darstellt“.

Doch von diesem Anspruch ist die Versicherungsbranche vielerorts noch weit entfernt: So fordern mehr als 70 Prozent der Vermittler eine bessere Unterstützung durch digitalisierte Prozesse der Produktgeber. Meistgenannte Probleme sind demnach Medienbrüche im Antragsprozess, der digitale Datenaustausch und Hürden beim Zugang zu den Portalen. „Weniger administrative Tätigkeiten und mehr vertrieblicher Support sind die klaren und nachvollziehbaren Erwartungen der Vermittler an die Digitalisierungsinitiativen der Produktgeber“, betont EY-Manager Schulz. Allerdings sei es mit der reinen Bereitstellung von Lösungen nicht getan, so der Experte. „Die Versicherer müssen die Vermittler intensiver bei deren Einsatz begleiten. Dies gilt insbesondere für das digital unterstützte Beratungsgespräch.“

Das Schwerpunktthema Im Dezember: Rückblick/Ausblick Es ist ein Wert, der zuletzt vor 30 Jahren so hoch war: Im November lag die Inflation hierzulande bei 5,2 Prozent. Gründe dafür gibt es mehrere – etwa die explodierenden Preise für Strom und Gas, die Corona-Pandemie mit ihren Auswirkungen auf die internationalen Lieferketten oder die Senkung der Mehrwertsteuer im Jahr 2020, was sich jetzt, nach dem Wiederheraufsetzen eben als Teuerung bemerkbar macht. Die Europäische Zentralbank sieht’s – und tut nichts. Alles nur vorübergehende Effekte sagt sie. Hmmm. Ist das wirklich so, oder hat sich die EZB von der Politik instrumentalisieren lassen? Und wie wirkt sich so eine Inflation eigentlich auf die Altersvorsorge aus? Das fragten wir Michael Hauer, Geschäftsführer des Insituts für Vorsorge und Finanzplanung.

So, damit haben wir das Ende von Folge 70 unseres Podcasts erreicht. Eine reguläre Folge haben wir in diesem Jahr noch für Sie – und einen Sonderpodcast wird es auch noch geben. Damit Sie nichts verpassen, abonnieren Sie unseren Podcast doch einfach auf eine der gängigen Plattformen wie Spotify oder Apple Podcasts.

Ansonsten hören wir uns am kommenden Freitag wieder. Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie gesund, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.

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