Die Woche #51 – Der Pfefferminzia Podcast für Versicherungshelden

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Von Karen Schmidt, Lorenz Klein, Andreas Harms, Matthias Heß, Karen Schmidt, Lorenz Klein, Andreas Harms, and Matthias Heß entdeckt von Player FM und unserer Community - Das Urheberrecht hat der Herausgeber, nicht Player FM, und die Audiodaten werden direkt von ihren Servern gestreamt. Tippe auf Abonnieren um Updates in Player FM zu verfolgen oder füge die URL in andere Podcast Apps ein.
Willkommen zu Folge 51 unseres Podcasts!

Im Gespräch Mit Dirk Erfurth In gut acht Wochen ist Bundestagswahl. Und je nach Wahlausgang könnte dann rascher das Thema Provisionsdeckel oder -verbot wieder auf der politischen Agenda stehen, als es vielen Versicherungsvermittlern lieb wäre. Den Sommer sollten sie daher nutzen, um sich auf den Worst Case vorzubereiten, empfiehlt Dirk Erfurth, Geschäftsführer von IQ2 Strategies und Gründer der Digital Payment Plattform DiPay. Wie die Bereitschaft und Offenheit von Kunden gegenüber Nettoprodukten und Servicegebühren ist, und welche Hebel Vermittler jetzt in Richtung Honorarberatung & Co. in Gang setzen können, erklärt Erfurth im Gespräch.

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Die News der Woche, Teil 1 Nach den heftigen Überschwemmungen, die vor allem den Westen Deutschlands, aber teils auch den Süden und Osten hart trafen, ist die Lage vielerorts immer noch unübersichtlich. Die Schadengutachter der Versicherer haben dementsprechend auch gut zwei Wochen nach der Starkregenkatastrophe, die Tief „Bernd“ über das Land brachte, noch alle Hände voll zu tun. Und das wirkt sich auch auf die Schadenschätzung des Branchenverbands GDV aus. Nachdem Anfang vergangener Woche noch von 4 bis 5 Milliarden Euro versicherten Schäden die Rede war, hat der Verband diese Einschätzung am Dienstag noch einmal erhöht.

„Wir gehen jetzt von versicherten Schäden zwischen 4,5 Milliarden und 5,5 Milliarden Euro aus“, erklärte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Ein Grund: Neben den Schäden aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen habe man jetzt auch die anderen betroffenen Bundesländer mit einberechnet. So sei nun klar, dass auf Sachsen und Bayern insgesamt 5 bis 10 Prozent der Gesamtschadenhöhe entfalle. Die verbliebenen Schäden wiederum seien etwa zu zwei Dritteln Rheinland-Pfalz und zu einem Drittel Nordrhein-Westfalen zuzuordnen.

Allein rund 40.000 Kraftfahrzeuge seien nach aktuellem Stand durch die Fluten beschädigt oder zerstört worden, so Asmussen. Daraus resultieren für die Kfz-Versicherer rund 200 Millionen Euro versicherte Schäden, auf die Transportversicherer entfallen rund 100 Millionen Euro. Ebenfalls zu Buche schlagen laut GDV verschiedene versicherte Großschäden im jeweils zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Die Branche rechnet nun damit, dass das Jahr 2021 den Versicherern so teuer kommt wie seit rund 20 Jahren nicht mehr. „Insgesamt dürfte dieses Jahr mit Stürmen, Überschwemmung, Starkregen und Hagel zum schadenträchtigsten Jahr seit 2002 werden“, sagte Asmussen. Damals habe der versicherte Unwetterschaden bei 10,9 Milliarden Euro gelegen. Bereits im Juni hätten Starkregen und Hagel einen geschätzten versicherten Schaden von 1,7 Milliarden Euro verursacht.

Asmussen kündigte an, dass die Schadenzahlen laufend aktualisiert würden. „Bis detailliertere Daten vorliegen, können aber noch Wochen vergehen. Schadenaufnahme und schnelle Erstzahlungen haben erstmal Vorrang vor einer detaillierten Schadenstatistik“, betonte der GDV-Chef – und dem dürfte wohl auch Gothaer-Vertriebsvorstand Oliver Brüß zustimmen. Wenn Sie erfahren möchten, was Brüß bei seinen Besuchen vor Ort erlebte, welche Schadendimension sich bei dem Kölner Versicherer abzeichnet und ob er eine Pflichtversicherung ebenso skeptisch sieht, wie der GDV, dann bleiben Sie doch einfach dran – in unserem „Schwerpunktthema“ verrät er es Ihnen.

Die Kolumne Moment – Vor-Ort-Termine und Online-Beratung in einem Atemzug? Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Schließt sich das nicht aus? Nein. Tut es nicht. Findet Jan Helmut Hönle, der Experte für die Video- und Online-Beratung ist. Denn die Betreuung eines Kunden müsse nicht zwingend vollständig online erfolgen. Erst recht nicht, wenn man wie aktuell wieder von Angesicht zu Angesicht mit Kunden sprechen darf. Trotzdem sei die Online-Beratung auch jetzt noch eine geniale Methode zur Kundenbetreuung, meint Hönle, – auch bei Vor-Ort-Terminen. Warum, erklärt er Ihnen in seiner nun folgenden Kolumne.

**Die News der Woche, Teil 2 **Die Grundfähigkeitsversicherung gilt als vermeintlich günstige und einfache Alternative zum Klassiker Berufsunfähigkeitsversicherung. Entsprechend steigen immer mehr Anbieter in diesen Markt ein. Die Ratingagentur Assekurata sieht aber ein Problem: Oft finden sich in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen keine wirklich guten Formulierungen zur Erreichbarkeit des Leistungsversprechens. Praxisnahe Beispiele und eindeutige Formulierungen wünschen sich die Analysten hier. Aber daran hapert es noch.

Ein Beispiel: Einige Anbieter formulieren in ihren AVBs die folgende Anforderung, damit die Grundfähigkeit „Greifen und Halten“ als nicht mehr gegeben gilt: „Die versicherte Person kann nicht mit der rechten oder der linken Hand oder mit beiden Händen eine Tasse greifen, halten und daraus trinken.“ Hier stelle sich allein schon die Frage, wie schwer beziehungsweise groß die Tasse sein dürfe, meint Arndt von Eicken, Managing-Analyst bei Assekurata. Der Umstand, dass der versicherten Person auch zugemutet werden könne, mit beiden Händen die Tasse zu greifen, erschwere es, diesen Leistungsauslöser zu erreichen. Denn selbst vielen massiv eingeschränkten Personen dürfte es noch gelingen, durch Vorbeugen des Oberkörpers und der Fixierung der Tasse mit beiden Händen aus der Tasse zu trinken.

Trotzdem gibt es gute Nachrichten aus diesem Produktsegment. Denn erste Gesellschaften bemühen sich laut Assekurata bereits, die Versicherungsbedingungen besser und klarer zu formulieren. Beispielsweise habe sich die Nürnberger Versicherung im Zuge der Überarbeitung ihrer Grundfähigkeitsversicherung dazu entschieden, künftig die Anforderungen an das Greifen und Halten wie folgt zu formulieren: „Die Fähigkeit der versicherten Person, mit einer Hand einen Gegenstand zu greifen und zu halten, ist zumindest an einer ihrer beiden Hände stark beeinträchtigt. Das bedeutet, dass sie mit der linken oder mit der rechten Hand nicht mehr in der Lage ist, einen leichten Alltagsgegenstand (zum Beispiel ein leeres Wasserglas, einen Stift oder einen Kochlöffel) zu greifen und ununterbrochen für fünf Minuten, auch unter Ablage des Unterarms, in der Luft zu halten, ohne dass er ihr aus der Hand fällt.“

Mit dieser Festlegung würden neben der Fingerfertigkeit auch die Kraft und die Ausdauer gewürdigt, heißt es seitens Assekurata. Könne der Versicherte demnach zum Beispiel den Stift gar nicht erst greifen, komme es zu einem Leistungsauslöser, da der Pinzettengriff nicht mehr funktioniere. Fehle es indes an der Ausdauer, den Gegenstand fünf Minuten zu halten, komme es ebenfalls zum Leistungsauslöser; und könne der Versicherte nicht fest genug zufassen, um das Wasserglas zu greifen, fehle es an der nötigen Kraft – und das sei ebenfalls ein Leistungsauslöser.

Das Fazit der Assekurata-Analysten: Die Beispiele zeigten, dass gerade in der Grundfähigkeitsversicherung der Teufel im Detail stecke. Positiv sei jedoch, dass die Bemühungen im Wettbewerb um eindeutigere Bedingungsformulierungen zunähmen.

Das Schwerpunktthema Im Juli: Immobilien „Viele Betroffene seien ,stark traumatisiert‘“, heißt es in einem Bericht der Bundespolizei zur Lage in den Flutgebieten von NRW und Rheinland-Pfalz, wie am Donnerstag in der Presse zu lesen war. „Das schockiert einen schon massiv, diese Bilder kriegt man so schnell nicht aus dem Kopf“, sagt auch Oliver Brüß im Gespräch mit uns, das gleich folgt. Der Vertriebsvorstand der Gothaer brach seinen Urlaub umgehend ab als er von den verheerenden Folgen der Starkregenfälle erfuhr, die sich gewissermaßen vor der Haustür des Kölner Versicherers ereigneten. Brüß war unter anderem im Kreis Ahrweiler unterwegs – und zeigte sich tief betroffen von dem, was er sah. Außerdem schildert er uns, wie sich das gesamte Gothaer-Team dafür einsetzt, das Unternehmens-Motto „Kraft der Gemeinschaft“ nicht nur vor Ort zu leben, sondern zum Beispiel auch in der Telefonzentrale der Gothaer, wo bislang viele tausend Schadenmeldungen eingegangen sind – und das oft unter Tränen der Betroffenen. Am Mittwoch erreichten wir Oliver Brüß in Köln.

So, und damit haben wir uns aus unserer kleinen Sommerpause zurückgemeldet. Haben Sie uns vermisst? Sind Ihnen ein paar Themen und/oder Gesprächspartner eingefallen, die Sie gerne mal in unserem Podcast hören wollen? Dann schreiben Sie uns gerne unter redaktion@pfefferminzia.de

Ansonsten hören wir uns am kommenden Freitag wieder. Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie gesund, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.

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