Die Woche #30 – Der Pfefferminzia Podcast für Versicherungshelden

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Von Karen Schmidt, Lorenz Klein, Matthias Heß, Karen Schmidt, Lorenz Klein, and Matthias Heß entdeckt von Player FM und unserer Community - Das Urheberrecht hat der Herausgeber, nicht Player FM, und die Audiodaten werden direkt von ihren Servern gestreamt. Tippe auf Abonnieren um Updates in Player FM zu verfolgen oder füge die URL in andere Podcast Apps ein.
Willkommen zu Folge 30 unseres Podcasts!

Im Gespräch Mit Thomas Lüer, HDI Vertriebs AGARD-Reportage geht Lebensversicherer hart an“, betitelten wir am 10. Februar unseren Nachbericht zum Prime-Time-Doku-Drama „Keine Zinsen – Miese Rente“. Der Beitrag entwickelte sich rasch zu den bislang meistgeklickten Artikeln auf pfefferminzia.de in diesem Jahr. Was wohl vor allem daran liegt, dass der Film polarisiert. Denn etwas grob verkürzt lautet dessen Fazit so: Wenn die Lebensversicherer Garantien in der Altersvorsorge bieten, sei das schlecht, weil Garantien ja so teuer seien und dem Versicherten Rendite kosteten. Ja, und wenn die Lebensversicherer keine Garantien mehr gewähren, sei das auch schlecht, weil die Branche dann – von allen Fesseln befreit – vollends in die eigene Tasche wirtschafte. Soso. Entsprechend kritisch kommentierten zum Beispiel Nutzer unserer Facebook-Seite den Film. Dessen ungeachtet zeigt das Aufreger-Stück immerhin, dass sich die Lebensversicherer in der sich weiter verschärfenden Niedrigzinsphase in einem Dilemma befinden. Kurzum: Die Reportage wirft die Frage auf, wie es der Branche gelingen kann, den Graben zwischen Sicherheit und Rendite so zu überbrücken, dass die Kunden diese Brücke als tragfähig genug erachten, um den Versicherern und Produktvermittlern ihr Erspartes anzuvertrauen. Und über diese Kernfrage sprachen wir zu Wochenbeginn auch mit Thomas Lüer, Vorstand Makler- und Kooperationsvertrieb der HDI Vertriebs AG in Köln.

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Die News der Woche, Teil 1Ikea-Rente statt Riester“, überschrieb die „Süddeutsche Zeitung“ am Donnerstag einen Kommentar. Darin lobte sie etwas giftig, dass „aus der FDP manchmal auch gute Ideen kommen“. Nun ja, bei der gepriesenen Idee handelt es sich jedenfalls um einen Vorstoß der Liberalen, der gesetzlichen Rentenversicherung einen ganz neuen Anstrich zu verpassen – einen blau-gelben gewissermaßen. Das kann man sowohl auf das Farbschema des FDP-Logos beziehen, als auch auf die schwedische Staatsflagge. Denn der Vorschlag einer sogenannten „gesetzlichen Aktienrente“, die sich der FDP-Rentenexperte Johannes Vogel gemeinsam mit dem Fraktionsvize Christian Dürr ausgedacht hat, nimmt sich das Staatsfonds-Modell zum Vorbild, das Schweden bereits seit 1999 praktiziert.

Was hat die FDP nun konkret vor, um das deutsche Rentensystem zu reformieren, das Vogel zufolge „an seine Belastungsgrenze gekommen“ sei. Dazu muss man auf den Rentenbeitrag schauen, der aktuell bei 18,6 Prozent des Bruttoeinkommens liegt. Davon möchte die FDP gerne zwei Prozenpunkte abziehen, um diese Gelder in die Aktienrente umzuleiten – getragen je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Der gesetzliche Rentenbeitrag würde also unter jetziger Annahme auf 16,6 Prozent fallen. Die sich dadurch vermindernden Rentenansprüche der Versicherten sollen durch die Erträge der Aktienrente überkompensiert werden. Eine durchschnittliche Rendite von 6,5 Prozent sei in der „Basis-Variante“ drin, rechnet der Rentenexperte Martin Werding in einem Gutachten zum FDP-Modell vor. Das Konzept sei demnach bereits ab 2022 umsetzbar.

Konkret würden die Beiträge für die Aktienrente wie in Schweden in einen unabhängig verwalteten, staatlichen Fonds fließen, von wo aus das Kapital in Aktien angelegt wird. Vor allem Geringverdiener sollen angesichts ihrer geringen gesetzlichen Rentenansprüche von dem System profitieren, heißt es. Dabei ist wichtig zu betonen, dass die Liberalen ihren Vorschlag als Ergänzung zur privaten Altersvorsorge verstehen, nicht aber als Ersatz-Lösung.

Entsprechend wohlwollend fällt das Echo unserer Facebook-Nutzer aus. Immerhin 28 Likes erntete unsere Meldung zum FDP-Renten-Vorstoß bis zum Donnerstagmorgen. „Zumindest ist es endlich mal ein Vorschlag, der innovativ ist“, kommentiert ein Leser, doch es gibt auch Zweifel an der Umsetzbarkeit des Plans: „Wahrscheinlich wird das Wort AKTIEN jegliches Interesse und Befürworten auf Seiten der (entscheidenden) Politik ausschließen…“, schreibt ein anderer.

Und da ist durchaus etwas dran: So erklärte der rentenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Ralf Kapschack, umgehend in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, dass die Aktienrente der gesetzlichen Rentenversicherung „Milliardenbeträge“ entziehe, die aus dem Bundeshaushalt ersetzt werden müssten. Der Bundeszuschuss könne besser ausgegeben werden als für das „Abenteuer Kapitaldeckung“, wird Kapschack weiter zitiert. Und auch der CDU-Rentenexperte Peter Weiß bezeichnet das Vorhaben als „Utopie“. Sinnvoller sei es, „sich erst einmal auf die Reform der betrieblichen Altersversorgung und der Riester-Rente zu konzentrieren“, so Weiß. Und das dürfte auch im Sinne von Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, sein. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schrieb er zwar von einem „interessanten Vorschlag“. Zugleich schlug Asmussen aber in seinem Tweet einen Bogen zur Riester-Rente. Hier müsse die Beitragsgarantie gelockert werden, erinnerte der GDV-Hauptgeschäftsführer an eine alte Forderung des Verbandes.

Angesichts der knappen Zeit bis zur Bundestagswahl forderte Asmussen am Montag in der „Süddeutschen Zeitung“ zumindest eine Teilreform der Riester-Rente – und warnte: Wenn dies nicht geschehe, könnte es ab 2022 „große Probleme“ geben. Dies sei dann der Fall, „wenn der Höchstrechnungszins abgesenkt würde und gleichzeitig die 100-Prozent-Beitragsgarantie erhalten bliebe“. Dieser Umstand würde zu einer „De-facto-Beerdigung“ der Riester-Rente führen, so Asmussen. Nun ja, vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung auf eine schnell zusammenschraubbare Riester-Reform, ganz im Sinne des Ikea-Prinzips. Einfach und günstig.

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Die Kolumne Von Hans Steup Vertriebsexperte Hans Steup ist auf den Social-Media-Kanälen Facebook, Xing und Linkedin erfolgreich unterwegs. Insgesamt hat er dort mehr als 50.000 Kontakte gesammelt. Geklappt hat das vor allem mit seiner Erfolgsformel für Marketing-Botschaften ROI. Nein, damit meint er nicht den Return on Investment, wofür das Kürzel in der Finanzbranche typischerweise steht. Was sich hinter den Buchstaben verbirgt, erklärt er Ihnen in seiner Kolumne. ** Die News der Woche, Teil 2** Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat zunehmend dramatische Folgen für deutsche Sparer. Dabei mutet die Ausgangslage zunächst paradox an: Die Deutschen machen ihrem Ruf als Sparweltmeister weiterhin alle Ehre. Laut einer Studie des Marburger Professors Oscar A. Stolper im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment hat sich das Finanzvermögen der Privathaushalte in den vergangenen 20 Jahren nahezu verdoppelt. Immer mehr Geld landet dabei auf den augenscheinlich sicheren Girokonten. Die Summe, die Sparer dort zusammengetragen haben, ist innerhalb von zehn Jahren um etwa 960 Milliarden Euro gestiegen. Das Problem: Mit dieser Form des Sparens lässt sich keine Rendite erzielen. Ganz im Gegenteil.

Denn wie die Studie auch zeigt, befindet sich der Anteil, den Erträge wie Zinsen und Kurszuwächse an der Vermögenszunahme ausmachen, seit Jahren im freien Fall. Die Folge ist ein dramatischer Wertverlust. Demnach haben deutsche Sparer seit 2010 rund 130 Milliarden Euro verloren, davon knapp 100 Milliarden Euro allein in den drei Jahren zwischen 2017 und 2019. „Das beachtliche Finanzvermögen der Deutschen ist besonders in den letzten Jahren vor allem durch Konsumverzicht und Sparanstrengungen entstanden“, erläutert Professor Stolper. Die enormen Zuwächse bei den absoluten Zahlen kaschierten nur den Wertverlust. Rund 1.900 Milliarden Euro des gesamten deutschen Finanzvermögens seien Sichteinlagen, deren Realverzinsung, also Zins abzüglich der Inflationsrate, in den vergangenen 20 Jahren nahezu ausnahmslos negativ gewesen sei.

Vor allem ältere Sparer hofften noch immer auf „bessere Zeiten“ mit steigenden Zinsen – doch das sei ein Irrweg. „Um der Realzinsfalle zu entkommen, führt kein Weg an aktienbasierten Sparanlagen vorbei“, ist sich Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment, sicher. Er macht das an einem Beispiel klar. „Aktuell kann eine durchschnittliche angestellt beschäftigte 35-jährige Person in Deutschland im Alter von 67 Jahren mit einer monatlichen Nettorente nach heutiger Kaufkraft von etwa 1.200 Euro rechnen. Das entspricht etwa 60 Prozent des voraussichtlichen letzten Nettogehalts in Höhe von etwa 2.000 Euro. Nimmt man an, dass 80 Prozent des letzten Nettogehalts für die Versorgung im Alter ausreichen, fehlen für das Versorgungsziel jeden Monat rund 400 Euro“, so Gay.

Um diese Rentenlücke in Höhe von etwa 72.000 Euro bei einem durchschnittlich erwarteten Rentenbezug von 15 Jahren zu schließen, müsse ein Girosparer aufgrund der negativen Rendite bei Renteneintritt über 90.000 Euro angespart haben. Das entspräche 126 Prozent des erforderlichen Kapitals. Monatlich sei dafür eine Sparrate von 237 Euro notwendig. Bei einem langfristig ausgerichteten Sparer, dessen Aktienfonds im Mittel die langjährige reale Durchschnittsrendite aller in Deutschland erhältlichen Aktienfonds in Höhe von 6,2 Prozent vor Kosten und Steuern erziele, sehe die Sache ganz anders aus, ist Gay überzeugt.

Bei diesem langfristig ausgerichteten Sparer werde nämlich ein Großteil des erforderlichen Vermögens nicht durch die Sparleistung, sondern durch den Kapitalzuwachs generiert. „Mit nur 23.600 Euro muss dieser Sparer nur etwa ein Drittel der benötigten 72.000 Euro zur Seite legen. Das schafft er mit einer monatlichen Rate von 61 Euro“, so der Experte. Im Vergleich zum Girosparer habe der Aktienfondssparer somit Monat für Monat fast 180 Euro mehr in der Tasche, die er für andere Dinge verwenden könne, so Gays Fazit. Na, wenn das mal kein überzeugendes Argument ist.

Das Schwerpunktthema Im Februar: Social Media Wer an Business-Netzwerke denkt, hat als erstes wahrscheinlich Xing im Kopf. Daneben gibt es aber auch Linkedin, das gerade an Popularität aufholt – und auch einige Vorteile gegenüber Xing hat, wie die Brüder Dennis und Jan Rokitta im gleich folgenden Interview zu berichten wissen. Die beiden betreiben in Buchholz in der Nordheide eine Barmenia-Versicherungsagentur – und gehören laut der Onlinemarketing Gesellschaft für Versicherungsvermittler, kurz OMGV, zu den digitalen Vorreitern der Branche. Im vergangenen Jahr haben sie Linkedin für sich entdeckt und forciert – mit Erfolg. Ihr Geheimnis: Erstmal ein bisschen flirten. Aber hören Sie selbst!

Und damit ist Schluss mit Folge 30 unseres Podcasts. Wir freuen uns über dieses kleine Jubiläum und hoffen, dass Sie uns auch für die nächsten 30 Folgen Ihre Ohren leihen. Falls noch nicht geschehen, abonnieren und bewerten Sie unseren Podcast auf Spotify, Apple Podcasts oder einer anderen Plattform Ihrer Wahl.

Ansonsten hören wir uns kommenden Freitag wieder. Bis dahin: Bleiben Sie gesund, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.

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