#diepodcastin revisited: Wir hören Isabel Rohner & Regula Stämpfli in der Folge zu MEDIATOO & das Jahr 1979.

 
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#diepodcastin revisited: Wir hören Isabel Rohner & Regula Stämpfli in der Folge zu MEDIATOO & das Jahr 1979.

Wir hören hier eine Folge, die Isabel Rohner und Regula Stämpfli im April gebracht haben. Es hätten sich viele Folgen angeboten, die unbedingt nachgehört werden sollten, u.a. auch die zur Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Dass indessen das Jahr 1979 bewegt, hat den Grund auf TWITTER. Isabel Rohner und Regula Stämpfli stellen fest, dass einige Männer auf TWITTER et al., vor allem auch Männer auf der progressiv-linken Seite, sehr allergisch auf öffentlichkeitswirksame Frauen, Expertinnen, Schauspielerinnen, Politikerinnen, Professorinnen, Influencerinnen u.a. reagieren. Von rechts ist sich dies #diepodcastin gewohnt, doch der Gegenwind, der politischer Gleichstellung entgegenschlägt, vor allem auf Seiten eines Milieus, das frau eigentlich immer Pro-Democracy einordnete, erstaunt. In der ersten Septemberwoche war es wieder so weit: laStaempfli wurde unter die ersten zehn Intellektuellen der Schweiz gelistet und einige der Schweizer Männer-Kulturszene konnten sich nicht davon erholen. Gleichzeitig wird Philipp Sarasins Buch zu 1977, wieder ein Männer-Jahrgangsbuch voller Männerthemen, obwohl vordergründig zwei Frauen drin vorkommen, aber im völlig falschen Kontext, in den deutschen Feuilletons rauf- und runter rezensiert. Gleichzeitig fristet Nicole Seiferts Standardwerk zur wirklichen „Geschichte der Gegenwart“ mit dem Titel: FRAUEN (durchgestrichen) LITERATUR ein feuilletonistisches Schattendasein.

Deshalb hier 1979 again mit dem Hinweis grad weiter zu scrollen und einige „alte“ Podcastinnen-Folgen nachzuhören. Denn je mehr Zeit vergeht, umso aktueller werden sie.

Viel Vergnügen! Hier der alte Ausschreibungstext vom April:

#diepodcastin über das Jahr als der Feminismus beerdigt wurde: Isabel Rohner & Regula Stämpfli diskutieren Medienbranche, MediaToo, Ignoranz von Chefredaktoren, Prof. Dr. Melanie Brinkmann als Heldin der Woche, CEO Post & die Zeitwende 1979
Isabel Rohner in Fahrt: Was wäre eigentlich, wenn der aktuelle Sexismus-Skandal in der Schweiz nicht in der Medienbranche aufgeploppt wäre, sondern bei der Schweizer Bundesbahn, einer Partei oder einem Schokoladenkonzern? Oh – die Medienberichterstattung liefe auf Hochtouren! Aber: Es waren 78 (!) Journalistinnen des Tamedia-Konzerns, eines der mächtigsten Medienkonzerne der Schweiz, die sich über strukturellen Sexismus beschwert haben (inzwischen haben sich insgesamt 115 Journalistinnen angeschlossen und den Offenen Brief samt ausführlicher Anlage mit konkreten Beispielen unterzeichnet).
Schweigen herrscht. Im SRF-Medientalk meint Arthur Rutishauser, wichtiger Chef bei TAMEDIA, TX-Group: Strukturellen Sexismus gäbe es bei Tamedie “sicher” nicht, “struktureller Sexismus – den gab’s in der Filmbranche in den USA. Das sind die Weinstein-Geschichten.” Bei Tamedia habe es nur “irgendwelche sexistischen Sprüche” gegeben. Die Rohnerin ist messerscharf: Wie soll struktureller Sexismus jemals behoben werden, wenn die oberen Etagen nicht verstehen, was darunter gemeint ist und wie sie ihn beseitigen müssen? Die Heldin der Woche ist für die Rohnerin übrigens Prof. Dr. Melanie Brinkmann (Virologin an der TU Braunschweig und Leiterin des Helmholtz Instituts für Infektionsforschung): Sie zeigte letzte Woche in der ZDF-Talkshow “Lanz” ihre Fähigkeit zum Multitasking. Inhaltliche Statements abgeben und gleichzeitig mehrere Männer (insbesondere FDP-Kubicki und Moderator Lanz) in Schach halten, die sie DAUERND unterbrechen. Auf Brinkmanns “Jetzt rede ich” konnten diese Herren nur mit infantilem Gekicher reagieren. Man stelle sich dieselbe Situation mal mit einem Experten-Mann wie Christian Drosten vor. Ob Kubicki und Lanz da auch gekichert hätten? Wohl kaum.
laStaempflis feministischer Wochenrückblick beginnt bei der Schweizer Armee, mit ihrer Dissertation über die strategische Synthese von Geschlecht,dem fehlplatzierten, neuen CEO der Post und geht weiter mit dem Buch von Frank Bösch: Zeitenwende 1979. Auf ihre Bemerkung, dass seit 1979 der Backlash gegen Frauen voll im Gange sei, meint die Rohnerin klugerweise: “Der Antifeminismus ist genauso alt wie der Feminimus. Schon im 19. Jahrhundert hatte er eine Hochphase – immer dann, wenn die Frauenbewegungen stark sind und die Frauen wichtige Forderungen durchsetzen oder nah dran sind, wichtige Forderungen durchzusetzen, dann kommt auch der Antifeminismus aus dem Gebüsch gesprungen.” laStaempfli fährt sehr beeindruckt fort, überfordert wohl alle Hörenden mit ihrem Rundgang durch Iran, Polens Abtreibungsgesetze, dem Ölschock und seinen sexistischen Folgen wie Thatchers “there is no such thing as society”, was DIREKT AUF DIE PRIVATISIERUNG aller öffentlichen Güter, einer Refeudalisierung hin zu vordemokratischen Zuständen sowie der Enteignung der Frauen hinausläuft. Hierzu gäbe es weitere 1000 Seiten hinzuzufügen, aber dafür reicht #diepodcastin noch nicht. Fazit: Rückbindung der Frauen, strukturelle Gewalt, Mediensexismus, fehlende Sichtbarkeiten erleben auch 2021 Revival. Das Jahr 1979 wie das gleichnamige Buch sind dabei lediglich Beispiele, um zu zeigen, dass wer die Geschichte anders schreibt, auch die Gegenwart und die Zukunft anders deuten könnte.
Links:
-Arthur Rutishauser im Gespräch mit SRF 4 “Medientalk” (ab Min 17): https://www.srf.ch/audio/medientalk/medientalk-der-strukturelle-sexismus?id=11955139
-Prof. Dr. Melanie Brinkmann bei “Lanz”: https://www.trendsmap.com/twitter/tweet/1377958532641853441
-https://www.post.ch/de/ueber-uns/portraet/verwaltungsrat-post
-http://www.feministischepartei.de/fileadmin/datensammlung/dokumente/Biographien_Pazifistinnen/Bio_Kelly.pdf

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