Wer Kultur sagt, sagt auch Verwaltung – Im Gespräch mit Theodor W. Adorno

1:49:09
 
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Von Jan Wetzel and Das Neue Berlin entdeckt von Player FM und unserer Community - Das Urheberrecht hat der Herausgeber, nicht Player FM, und die Audiodaten werden direkt von ihren Servern gestreamt. Tippe auf Abonnieren um Updates in Player FM zu verfolgen oder füge die URL in andere Podcast Apps ein.

Die verwaltete Welt, in der wir scheinbar leben, erhofft sich allerlei von Kultur. Kritik des Bestehenden, Ausbruch aus dem stahlharten Gehäuse der Hörigkeit, pure Vernunft darf niemals siegen. Merkwürdig, dass Künstlerinnen und Kulturschaffende gleichzeitig abhängig sind von staatlichen Fördergeldern und Institutionen.

In seinem Vortrag Kultur und Verwaltung von 1959 beschäftigt sich Theodor W. Adorno mit eben diesem Problem. Die Nützlichkeit des Nützlichen sei selbst „dubios“, so hören wir im O‑Ton, und der Apparat lebe von der Gegenüberstellung mit der Kultur. Dass das Beharren auf der Nutzlosigkeit von Kultur staatserhaltend wirkt, leuchtet uns dabei voll ein. Ebenso, dass die Interdependenz von Kultur und Verwaltung in einer demokratischen Gesellschaft unumgänglich ist.

Wir sprechen, wie schon in Episode 12, über offene Planung, die Ungeplantes einschließen soll. Und haben schließlich unsere Zweifel, wie total man Kulturkritik formulieren kann. Ist Kultur nicht immer mehr als das Bild, das sich Staat und Gesellschaft von ihr machen? So überrascht uns auch der staatstragende, versöhnliche Ton Adornos, wenn es um die liberale Demokratie geht. Er hört sich an wie jemand, der sich arrangiert hat – und seinem Publikum das anempfiehlt.

Kapitel

1. Hier ist Das Neue Berlin (00:00:00)

2. Begrüßung (00:00:40)

3. Teil 1: Kultur und Verwaltung (00:03:27)

4. Teil 2: Offene Planung (00:38:56)

5. Teil 3: Demokratie (01:08:08)

6. Nctrnm\Nctrnm_-_Xenon.mp3 (01:47:05)

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