LAND UND LEUTE: Zither und Raute - Die Wittelsbacher und die Volksmusik (2/2)

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Singen und sammeln: Dank Unterstützung von Volksmusik-Freunden aus dem Haus Wittelsbach reiste der "Kiem Pauli" durch Oberbayern und sammelte Volkslieder. Vor allem gesittet hatten die zu sein. Dabei verdiente hochanständige Kiem Pauli anfangs sein Geld mit unanständigen Liedern.

Ludwig I. wurde besungen, Lola Montez und die himmelblauen Augen des Märchenkönigs Ludwig II.: Noch bevor Bayerns Oberschicht den Wert von Gstanzln und Landlern erkannte, waren die Wittelsbacher bereits in aller Munde. Durch Lieder, die oft alles andere als schmeichelhaft waren, wenn es etwa um Herzog Albrecht und die Bernauerin ging oder um den ungeliebten Kurfürsten Karl Theodor. Einer seiner Nachfolger auf dem bayerischen Thron, König Max II., setzte sich dann als erster aktiv für die Erhaltung der Volksmusik in Bayern ein – und gleichzeitig auch für deren "Kanalisation": Was allzu wild erschien, wurde nach Möglichkeit ausgemustert.

Anfang des 20. Jahrhunderts dann setze sich die Volksmusikpflege durch das Haus Wittelsbach im großen Stil fort mit der materiellen und ideellen Unterstützung des legendären Volksmusiksammlers Kiem Pauli in Bad Kreuth durch zwei bayerische Herzöge. Die Tradition des Förderns ging in den 1980er Jahren auf andere Art weiter mit Prinz Luitpold von Bayern, der auf Schloss Kaltenberg ein Areal für das internationale Folkfest zur Verfügung stellte, das von der Fraunhofer Saitenmusik organisiert wurde und wird.

Wittelsbacher betätigten sich jedoch nicht allein als Förderer; sie waren und sind in einigen Fällen auch selbst Volksmusikanten: Herzog Max in Bayern etwa, der Vater von Kaiserin Sissi, war ein begeisterter Zitherspieler. Und der 1937 geborene Herzog Max Emanuel in Bayern spielte als Klarinettist mit dem Herzog Trio sogar im Studio des Bayerischen Rundfunks.

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