LAND UND LEUTE: Die Mutter der Geier-Wally: Heimatroman-Verfasserin Wilhelmine von Hillern

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Die "Geier-Wally" ist bis heute einer der berühmtesten Heimatromane. Doch seine Verfasserin ist fast vergessen. Dabei war auch das Leben von Wilhelmine von Hillern (1836-1916) geprägt von Emotionen und dem Kampf um Selbständigkeit.

Die "Geier-Wally" ist bis heute einer der berühmtesten Heimatromane. Doch der Name seiner Verfasserin ist weitgehend vergessen. Wilhelmine von Hillern, geboren 1836 in München, war die Tochter von Charlotte Birch-Pfeiffer, einer für jene Zeit äußerst ungewöhnliche Frau, die als Schauspielerin ebenso erfolgreich war wie als Schrifstellerin, Theaterleiterin und Regisseurin.

Auch die Tochter Wilhelmine, genannt Minna, strebte zur Bühne und wurde auf diesem Weg - trotz überschaubarem Talent - von der Mutter massiv unterstützt. Dann aber verstrickte sich die junge Frau in eine Affäre mit dem deutlich älteren Theaterkritiker Hermann von Hillern. Eine Affäre, die nicht ohne Folgen blieb. Und wieder griff die Mutter ein. So wurde aus Minna Birch Wilhelmie von Hillern, die Gemahlin eines hohen Beamten.

Doch das Leben als Gattin allein füllte sie nicht aus. So begannn sie schon bald, erfolgreiche Liebesromane zu verfassen, darunter 1875 "Die Geier-Wally". Totz des Ruhms, den ihr die Werke einbrachten, blieb die impulsive, unkonventionelle Frau jedoch weiterhin auf der Suche. Bis sie 1880 die Oberammergauer Passionsspiele sah - und eine heiße Liebe zum katholischen Glauben entwickelte. Obwohl ihr Roman "Am Kreuz" vor Ort auf wenig Verständnis stieß, lebte Wilhelmine von Hillern fast 20 Jahre lang als angesehene Prominenz in Oberammergau. Auf dem dortigen Pfarrfriedhof fand sie nach ihrem Tod am 25. Dezember 1916 auch die letzte Ruhestätte.

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