#07 Ove Arup - Ein "unorganisierter und willkürlicher Perfektionist"

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Sir Ove Nyquist Arup sei ein unorganisierter und willkürlicher Perfektionist gewesen. So sagte es zumindest Peter Rice, der erste Bauingenieur nach Arup, der mit der britischen Goldmedaille für Architektur ausgezeichnet wurde. Es lässt sich sicherlich viel darüber diskutieren, welches Adjektiv man verwendet, aber dass Arup ein Perfektionist war sollte spätestens nach der siebten Episode des Podcast Baustelle Bauwesen jedem klar sein.

Ove Arup war nämlich kein klassischer Bauingenieur, denn er studierte zuvor Philosophie und machte es zu seiner Lebensaufgabe, die Zusammenarbeit zwischen Architekt und Bauingenieur zu revolutionieren. All dies verpackte er unter der Idee des „total design“ und wurde damit zu einem der Pioniere des 20. Jahrhunderts.

Sein persönliches Interesse für Ästhetik und Kunst machte es ihm zunächst schwierig im Bauingenieurwesen der 1920er anzukommen. In einer Welt, in der es bei Bauprojekten immer nur darum ging enorme Lasten von Bauwerken sicher in den Baugrund zu bringen, gab es die Vision, als Bauingenieur an den zeitgenössischen architektonischen Ansätzen mitzuarbeiten, noch nicht. Ove Arup war aber interessiert an den verträumten Ideen von Architekten, wie die von Le Corbusier, Berthold Lubetkin oder Walter Gropius. Denn sie zeigten wo es mit dem damals noch neuartigen Baustoff Stahlbeton hingehen kann. In den 1930er Jahren kam er dann in Kontakt mit Lubetkin und entwarf zusammen mit ihm den Penguin Pool des Londoner Zoos oder das Highpoint 1 in London Highgate, der Öffentlichkeit noch unbekannte Konstruktionsarten. Auf die Zusammenarbeit mit Architekten legte er immer sein größtes Augenmerk. Dies führte sicherlich zur Bürogründung des renommierten und noch heute weltweit aktiven Planungsbüros Arup. Aus seiner Schule entwuchsen zahlreiche internationale Ingenieurgrößen.

Ove Arups Meisterwerk ist ganz klar die Kingsgate Bridge in Durham, diese entwarf er und ganz nach seinem Motto des „total design“ begleitete er dessen Bau bis zur Fertigstellung. Michi & Philip sind ganz klar fasziniert von seiner Philosophie und finden dass gerade Bauingenieurinnen und Bauingenieure mehr über seine Person wissen sollten. Sie versuchen die Definition des „total design“ zu erklären. Und fragen sich, wieso dieser auch heute noch nicht branchenübergreifend Anwendung findet, obwohl doch Arup vor über 70 Jahren schon bewiesen hat, dass diese Arbeitsweise vielversprechend ist. Einerseits wird dies an der Erfolgsgeschichte seines gegründeten Büros klar. Andererseits gibt es aber auch Planer wie das Buro Happold oder Expedition Engineering die von ehemaligen Arup Mitarbeitern gegründet wurden und Arups Arbeitsweise gelernt haben. Sie zeigen nämlich ganz klar wie groß der Einfluss Ove Arups auch heute noch ist. Ove Arup war nie Professor einer Universität, dennoch hat er gleichzeitig Ingenieure und Architekten mit seiner Philosophie ausgebildet. Gebt euch diese Episode, denn etwas über Ove Arup zu wissen gehört zum Allgemeinwissen. Viel Spaß!

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Links zur Episode:

Ove Arup Biografie

Kingsgate Bridge

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