DGS#95 - Toni & Sebi sprechen über 5 Jahre Ausgang Podcast

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TONI UND SEBASTIAN SPRECHEN UEBER IHRE ERFAHRUNGEN AUS FUENF JAHREN AUSGANG PODCAST
©Ausgang Podcast/ Dominic Giese

5 Jahre Ausgang Podcast – da ist viel passiert

Alles fing an im Jahr 2014, als wir uns kennen lernten. Recht schnell war uns klar, dass wir beide medienaffin sind und gerne etwas daraus machen wollten. Das Format Podcast kannten wir schon und gerne gesprochen haben wir auch schon immer. Sebi mit seinem Bürgerfunk-Hintergrund war hatte die Idee einen Podcast zu starten und so war unser gemeinsames Kind geboren.

Die Grundidee stand und auch ich (Toni) konnte mich mit dem Gedanken sehr schnell anfreunden. Aber was wollten wir erzählen? Was sollte das Thema werden? Wir sprechen gerne, wir mögen Menschen – Interview! Jede:r hat doch irgendeine interessante Geschichte zu erzählen und wir konnten die Plattform dafür sein, diese auch zu verbreiten. Unserem Kind fehlte eigentlich nur noch ein Name, den uns am Ende einer von Sebastians Brüdern lieferte. Ausgang Podcast war geboren.

Gut Ding braucht Weile – 2 Jahre bis zur ersten Folge

Warum denn eigentlich „Ausgang“? Zunächst sollte es noch ganze zwei Jahre dauern bis die erste Folge aus der Schublade geholt und ins Internet gestellt wurde. Ursprünglich hatten wir die Idee, mit unseren Interviewpartner:innen durch die Stadt zu laufen und einen bestimmen Weg abzugehen. Das Ziel sollte am Ende auch gleichzeitig das Ender der Folge bedeuten. Ende (oder auch Ausgang) offen. Die Idee war sehr schön, die Umsetzung aber leider recht kompliziert. Welche Mikros, welche Technik? Es gab einige Hürden, wie die engen Straßen Kölns und auch die Mikros machten bei unseren Probeaufzeichnungen Probleme. Kurzum entschieden wir uns also anders und verlegten die Aufzeichnungen nach innen.

Erste Interviews mit Freunden und Familie

Für Interviews braucht man natürlich Gäst:innen und wo ließen diese sich besser finden als im Freundes- und Familienkreis? Zunächst haben wir also gezielt Menschen angesprochen die uns nahe stehen und daraus sind die ersten schönen Interviews entstanden. Nach und nach sind wir dann dazu übergegangen, auch fremde Menschen anzusprechen. Themen gab und gibt es wie Sand am Meer und wie eingangs erwähnt, hat jede:r so seine*ihre Geschichte zu erzählen. Mit offenen Augen laufen wir sowieso durch’s Leben und so fallen uns die Menschen und ihre Erzählungen nach wie vor meist einfach vor die Füße.

Dabei müssen die Interviewpartner:innen aber nicht per se bekannt oder sogar prominent sein. Uns war und ist es immer noch wichtig, dass wir bei Ausgang Podcast immer die Gäst:innen in den Vordergrund stellen. Sie alle erzählen nur was sie erzählen möchten, denn wir sind kein Investigativpodcast, der gerne die intimsten Geheimnisse der Leute heraus kitzeln möchte. Uns geht es immer um Persönlichkeit und Nähe und wenn wir dabei noch eine kleine Anekdote mitnehmen können, die noch nicht alle kennen, freut uns das natürlich. Unsere Vorgehen bei den Interviews hat sich im Laufe der Jahre immer wieder verändert. Zuerst braucht man natürlich fragen und sollte sich möglichst auch mit dem Gast auseinander setzen. Recherche ist wichtig, aber es ist durchaus ratsam sich nicht mit Fragen zu überfrachten. Anfangs haben wir kaum Fragen aufgeschrieben oder vorbereitet, in der Zwischenzeit haben wir uns aber mehr und mehr dazu entwickelt, ein richtiges Callsheet anzulegen und einen Ablauf abzusprechen. Was sollen wir sagen? Vieles sieht leicht aus, ist aber sehr viel kleinteilige Arbeit.

Technikfragen – Wie fängt man an?

Wir haben uns in den letzten fünf Jahren nicht nur methodisch weiter entwickelt, sondern auch technisch. War es anfangs ein Aufnahmegerät, das nur über ein festes Mirko aufnehmen konnte, sind wir doch bald zu einem neuen Gerät übergegangen, mit einzelnen Handmikros. Seitdem zeichnen wir mehrspurig auf, was uns die Nachbearbeitung wesentlich erleichtert. Nein das hier ist kein Technik-Blog, aber ein kleines bisschen müssen wir auch darüber sprechen. Anfangs haben wir unsere Mikros noch auf Stative gestellt, was schon eine gewisse Starre erzeugte. Heute bekommen alle ihr Mikrofone in die Hand, man kann sich locker zurücklehnen und in Ruhe miteinander sprechen.

Im Jahr 2020, als durch Corona keine persönlichen Treffen mehr möglich waren, haben wir uns dann ein kleines aber feines Mischpult gekauft, das wir für all unsere remote-Aufzeichnungen nutzen und eine neue Software erlaubt uns mittlerweile auch die Aufzeichnung in Studioqualität, via Anruf übe das Internet. Mehr Details dazu hört ihr in der Folge.

Gäste ansprechen, aber bitte persönlich

Vielleicht fragt ihr euch noch, wie wir unsere Gäst:innen eigentlich ansprechen. Meist erledige ich das über E-Mail. Die meisten Gesprächspartner:innen erreiche ich auf diesem Weg. Auch Instagram und TikTok nutzen wir mittlerweile immer mehr zur Kontaktaufnahme. Wichtig ist immer, auch einen Grund für ein Gespräch zu haben und die Leute individuell anzusprechen. Sie sollten schon merken, dass man ehrliches Interesse an ihnen hat. Und wenn dann alles eingetütet ist und der Termin steht, laden wir (von Corona abgesehen) gerne zu uns nach Hause ein, Essen gemeinsam, lernen uns kennen und zeichnen dann auf. Das schafft die beste Grundlage das nötige Vertrauen für ein persönliches Gespräch. Nur so kann man sich gegenseitig kennenlernen und dann klappt auch die Unterhaltung.

Remote – aus der Not heraus

Wichtig ist, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen und die Gesprächsatmosphäre so angenehm wie möglich gestalten. Das ist uns bisher auch sehr gut gelungen. Gerade die Interviews, die bei einem persönlichen Treffen entstanden sind haben noch mal eine ganz andere Stimmung. Leider mussten aber auch wir durch die Pandemie notgedrungen auf remote-Aufzeichnungen umsteigen. Das ist uns erst etwas schwer gefallen, aber wir haben gemerkt, dass auch das sehr gut funktionieren kann. Die Barriere Internet und der Bildschirm zwischen uns und den Gesprächspartner:innen hat uns nicht geschadet. Vielleicht lag das aber auch daran, dass sehr viele Menschen durch HomeOffice einfach an Videogespräche gewöhnt wurden.

Und danach?

Wenn die Folge im Kasten ist, beginnt der (für mich) schlimmste Teil – das Schneiden. Eine Stunde Rohmaterial werden in etwa doppelt so langer Zeit geschnitten, sodass wir für unsere Hörer:innen das bestmögliche Hörerlebnis schaffen können. Ich erledige es regelmäßig, aber nicht sog gerne. Generell teilen wir uns die Arbeit immer gleichmäßig auf. Umso mehr Spaß macht mir dafür die Gestaltung unserer Stories und Feedbeiträge für Instagram. Sebi ist hingegen der Technikprofi bei uns im Podcast, richtet virtuelle Räume zum Aufzeichnen ein und kümmert sich intensiv um den technischen support dieser Homepage – davon verstehe ich nämlich so gut wie nichts!

Auch Bildsprache ist wichtig

Ein starkes Cover für den Podcast darf natürlich auch nicht fehlen. Erst war auch hier alles improvisiert und es brauchte vier Jahre bis das neue Cover kam. Dabei hat uns mein lieber Freund und Fotograf Dominic Giese unter die Arme gegriffen und wir haben in einem Kölner Parkhaus das Cover-Shooting gemacht.

Wichtig bei allem ist für uns immer die Menschlichkeit und das Miteinander und das bringen wir in all unseren Folgen unter. Uns interessieren sehr sehr viele Themen und so haben wir nach unserem Format „Die Gesprächsvollzieher“ bald auch angefangen, ein zweites Interviewformat zu starten. „Die Bunte Stunde“ war bald geboren und als Paar haben wir uns dazu entschieden, auch immer wieder queere Themen in unserem Podcast zu präsentieren.

So können wir unsere Reichweite auch für LGBTQIA+-Themen nutzen und vielen Menschen da draußen Mut machen. Ob zum Beispiel Coming-out, Regenbogenfamilie oder Trans*identität – besonders unseren queeren Themen kommen bei den Hörer:innen sehr gut an. Das freut uns!

Zukunftsmusik – Auf die nächsten 5 Jahre

Die Arbeit macht uns immer wieder Spaß, wir haben sehr viele tolle Menschen kennengelernt und wir möchten sehr gerne weitere Geschichten erzählen. Wenn ihr euch angesprochen fühlt und uns gerne eure Geschichte erzählen wollt, meldet euch unter mail@ausgangpodcast.de

Für alle Neuigkeiten folgt ihr uns am besten auf Instagram und wenn ihr uns über Spotify hören solltet, freuen wir uns dort über ein Abo. Das kostet nichts, sorgt aber für mehr Sichtbarkeit unseres Podcasts. Falls ihr wissen wollt wie alles begann, empfehlen wir euch mal in Folge 0 reinzuhören. Die haben wir damals in Amsterdam aufgezeichnet.

Wer all unsere 160+ Folgen nachhören möchte, kann das hier auf diesem Blog oder überall wo es euren Lieblings-Podcast gibt.

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