"Nukleare Erpressung": Sicherheitsexpertin zu Putins Strategie

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Bis zu 99 Prozent Zustimmung für einen Anschluss an Russland: So lautet das angebliche Ergebnis der Scheinreferenden in den besetzten Gebieten in der Ukraine. Diese wurden seit vergangenem Freitag in Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja durchgeführt, werden aber international nicht anerkannt. Viele Menschen mussten dort offenbar unter Zwang ihre Stimme abgeben – und der Ausgang war schon im Voraus klar.

Gleichzeitig hat der russische Präsident Putin nun noch einmal die Drohung erneuert, Atomwaffen einzusetzen. Vergangene Woche hatte er bereits die Teilmobilmachung der russischen Truppen angekündigt. Und am Dienstag wurden außerdem Lecks in den Nordstream-Pipelines in der Ostsee entdeckt – mutmaßlich ein Sabotageakt, hinter dem eventuell auch Russlands stecken könnte. Moskau weist die Vorwürfe zurück.Was will Putin also, was ist seine aktuelle Strategie im Angriffskrieg gegen die Ukraine?

“Er will Fakten schaffen”, sagt die Sicherheitsexpertin Claudia Major. Denn wenn die Ukraine nun versuche, die bald annektierten Gebiete zu befreien, sei das aus Putins Sicht ein “Angriff auf russisches Territorium. Und das würde den Konflikt in eine ganz andere Dimension heben”. Die Drohung mit Atomwaffen nennt sie “nukleare Erpressung”. Die sehr nachvollziehbare Angst vor einem Atomschlag solle den Westen davon abhalten, zu handeln und die Ukraine weiter zu unterstützen.

Weitere Nachrichten: Lecks in Ostsee-Pipelines, Durchsuchung der AfD-Parteizentrale

Moderation, Redaktion: Nadja Schlüter

Redaktion:: Tami Holderried

Produktion: Benjamin Markthaler

Zusätzliches Audiomaterial über Reuters

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