Jahrhundertflut in Pakistan: Viel zu wenig internationale Hilfe

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Der Monsunregen in Pakistan war in diesem Jahr besonders stark: Im August ist dreimal mehr Regen gefallen als in den Jahren zuvor. Die Wassermassen haben die schlimmste Flutkatastrophe ausgelöst, die in dem südasiatischen Land jemals aufgezeichnet wurde. UN-Generalsekretär Antonio Guterres, der vergangene Woche in Pakistan war, hat diese Flut als “Klima-Massaker” bezeichnet – und damit den Zusammenhang der Katastrophe mit dem Klimawandel benannt.

Der finanzielle Schaden im Land wird aktuell auf 30 Milliarden US-Dollar geschätzt. Laut offiziellen Angaben sind 33 Millionen Menschen betroffen und über 1500 sind gestorben. Viele haben ihre Existenzgrundlage verloren. Weil auch sauberes Wasser knapp ist und sanitäre Anlagen fehlen, breiten sich nun zusätzlich Krankheiten aus, vor allem das Dengue-Fieber sowie Durchfall- und Hautkrankheiten.

“Die Lage ist weiterhin dramatisch”, sagt Isabel Bogorinsky, Leiterin der Welthungerhilfe in Islamabad. “Da, wo vorher Dörfer waren, sind jetzt keine mehr – da ist einfach nur Wasser.” Immerhin seien die meisten Gebiete inzwischen für Hilfslieferungen erreichbar. Die Menschen müssten jetzt mit dem Nötigsten versorgt werden: mit sauberem Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Zelten, Hygieneartikeln, Medizin und Futter für die Tiere.

Schon im August hatte die UN zu verstärkter internationaler Hilfe aufgerufen. Die läuft aber nur schleppend an. “Ich glaube, das hat vor allem damit zu tun, dass es weltweit so viele Katastrophen und Problemlagen gibt. Da hat Pakistan vielleicht nicht die größte Priorität”, so Bogorinsky.

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Moderation, Redaktion: Nadja Schlüter

Redaktion:: Tami Holderried

Produktion: Imanuel Pedersen

Zusätzliches Audiomaterial über Twitter / @antonioguterres

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