Mindful Communication - mit Carina Schmid * Querschnittsthemen

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Kommunikation als zentraler "Soft-Skill" der Arbeit mit Menschen: was Du verbessern kannst und worüber Du Dir bewußt werden solltest..

Mindful Communication

Willkommen zu unserer neuesten Podcastfolge von Klinisch Relevant mit Carina Schmid. Es dreht sich heute alles um Tipps und Techniken für eine gelungene Kommunikation. Carina Schmid erklärt uns, wieso die Selbst-Empathie ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Kommunikation ist, wie ein empathisch geführtes Gespräch mit einem Patienten aussehen könnte und wie man die Patienten in den verschiedenen Phasen der Verhaltensänderung unterstützen kann. Gerade im Gesundheitswesen haben wir tagtäglich belastende bzw. schwierige Situationen für Patienten und Angehörige. Daher hoffen wir, euch mit dem Podcast neue Erkenntnisse zu liefern und dadurch den Arbeitsalltag etwas zu erleichtern.

Tipps um ein Gespräch (z.B mit Patienten) zu beginnen

  • Jeder hat in seinem Alltag gewisse Tätigkeiten, die er automatisiert durchführt (z.B. Treppen steigen).
  • Man kann diese Tätigkeiten ganz bewusst durchführen und dabei auf sich selbst und auf seine Umgebung achten. Hierbei kann man beispielsweise darüber reflektieren, wie es einem geht, wie man sich fühlt, wie man atmet und was um einen herum passiert.
  • Im Gespräch mit einem Patienten Anker setzen. Dies kann das bewusste Wahrnehmen der eigenen Atmung, der Lage der Hände/Füße oder der Schwerkraft sein.
  • Die Anker sorgen für ein Bewusstsein für die Situation und für den Ort, an dem man sich gerade befindet. Das erhöhte Bewusstsein führt zu mehr Flexibilität hinsichtlich unserer Reaktionen im Gespräch.
  • Selbst-Empathie: Man sollte sich in Gesprächen bewusst mit der wahrgenommenen Kritik oder dem Lob auseinandersetzen. Beispielsweise wenn Angehörige in der Klinik Kritik darüber äußern, warum alles so lange dauern würde. Es ist wichtig sich paar Sekunden mit dem Gefühl, welches man verspürt (beispielsweise Unverständnis bzw. Ablehnung), auseinanderzusetzen und bewusst zu machen, wieso diese Reaktion kommt und wieso sie in Ordnung ist. Gleiches gilt für Lob. Hier sollte man die positiven Emotionen zulassen und bewusst wahrnehmen. Wichtig ist, nicht nur über die Gefühle nachzudenken, sondern diese auch bewusst zu fühlen.
  • Empathie: Hier ist es wichtig wahrzunehmen, was in dem Patienten oder Angehörigen vorgeht. Es hilft, den Patienten bzw. Angehörigen mit einem Satz („Sie machen sich wirklich Sorgen um Ihre Mutter, oder? Sie wollen einfach nur, dass sie eine schnelle und gute Versorgung bekommt, stimmt das?“) zunächst abzuholen und zu zeigen, dass er gehört wird. Dann kann man den Patienten oder den Angehörigen in die Prozedur mit einbeziehen und z.B. fragen „Sind Sie bereit zu hören, was Sie gerade machen können, um uns zu helfen?“. Liegen die z.B. Chipkarte, der Medikamentenplan oder Vorbefunde vor? Wurden die nötigen Fragebögen schon ausgefüllt? Mit der investierten Zeit kann man den Patienten bzw. Angehörigen zur Kooperation bringen und das Verständnis erhöhen.

Wie kann man Patienten überzeugen negative Verhältnisweisen zu ändern?

  • Das Wissen um eine negative Verhaltensweise wird niemals ausreichen, um das Verhalten zu ändern.

  • Genauso wird es nicht helfen, Angst dazu zu nutzen, um das Verhalten zu ändern.

  • Transtheoretical model of change:

    5 Phasen der Verhaltensänderung

  • 1. Phase: Absichtslosigkeit. Der Patient hat nicht die Absicht, sein Verhalten zu ändern. Entweder, weil er nicht weiß, dass das Verhalten schlecht ist oder weil er beispielsweise schon einige Male erfolglos war bei der gewünschten Verhaltensänderung. Als Therapeut sollte man nicht nur die Dringlichkeit der Verhaltensänderung aufzeigen, sondern dem Patienten zuhören und erfahren, ob das Wissen fehlt oder ob fehlgeschlagene Versuche demotivieren. Es hilft, nicht nur die negativen Folgen der aktuellen Verhaltensweisen zu beleuchten, sondern auch die positiven Seiten der Verhaltensänderung zu betonen.

  • 2. Phase: Absichtsbildung. Die Patienten haben vor, dass Verhalten in unbestimmter Zeit zu ändern. Man sollte dem Patienten zuhören und analysieren, wie, wo und in welchem Rahmen man kleine Schritte in Richtung der Verhaltensänderung einbauen könnte. Gibt es Personen, die den Patienten unterstützen könnten? Versuchen diese mit ins Boot zu holen. In dieser Phase ist es wichtig, dass der Patient merkt, dass er es schaffen kann seine Verhaltensweise zu ändern. Außerdem ist es wichtig, die Auslöser der negativen Verhaltensweisen zu erkennen und an Alternativen zu arbeiten.

  • 3. Phase: Vorbereitung. Die Patienten planen ganz konkret, die negativen Verhaltensweisen abzulegen.

  • 4. Phase: Aktion. Die Patienten vollziehen in diesem Stadium die Verhaltensänderung. Als Therapeut sollte man hier auf die Motivation des Patienten achten und schauen, was dem Patienten hilft und was nicht. Rückfälle oder Pausen sind in dieser Phase normal. In solchen Fällen ist eine offene Kommunikation ganz wichtig. Die Rückfälle sollten nicht verurteilt, sondern analysiert werden. Was war der Auslöser? Mit dem Patienten das Problem besprechen und gemeinsam lösen.

  • 5. Phase: Aufrechterhaltungsstadium. Die negativen Verhaltensweisen wurden für längere Zeit abgelegt.

Weitere praktische Tipps findest Du im Change Guide von Carina auf Ihrer Website: https://carinaschmid.com

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