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"Tell me something good, Stockhausen!" - Digitale Gesänge von wittmann/zeitblom

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3D-Hörspiel, für Kopfhörer optimiert · Dystopien und Utopien der Digitalisierung, inspiriert vom Elektromusik-Pionier Karlheinz Stockhausen. Mit Texten von Nick Bostrom, Rosa Luxemburg und Yuval Noah Harari. Die Aufforderung "Tell me something good" ist einer Funktion des Google Assistant entlehnt. // Mit Alice Dwyer, Sabin Tambrea, PURE Vox Machine, Christian Wittmann, Mika Bajinski, Sinclair Zedecks / Komposition und Regie: wittmann/zeitblom / NDR/DLF/BR 2020

Im Gesang der Jünglinge versuchte Stockhausen 1956 Dystopie und Utopie zu vereinen. Eine der vielen Legenden um dieses Kunstwerk könnte lauten, dass der Komponist aus der Schwärze seiner eigenen Kindheit und den Flammen des Holocaust einen Lobgesang auf den Herrn erschaffen wollte und dazu die Unschuld des Knabengesangs mit elektronischer Musik verschmolz. Doch, betonte Stockhausen, ging es beim Gesang der Jünglinge im Feuerofen nicht um den Inhalt, sondern um das rituelle Moment der Sprache. Sein selbst proklamiertes Ziel war, mit einer 5-Kanal-Klangmaschine die damaligen Mono-Hörgewohnheiten signifikant zu erweitern − und was könnte sich besser dazu eignen, als seine Installation im Kölner Dom zu Ehren Gottes erklingen zu lassen. Visionär, provokant, kalkuliert − wie dem auch sei. Das Werk wurde seitens der Kirchengemeinde als zu denaturiert abgelehnt. Auch diese Erfahrung dürfte Stockhausen 1971 zu einer seiner klügsten Thesen geführt haben: "Change the method! - New methods change the experience. New experiences change man." Geht es beim Gesang der Jünglinge noch um die Vermischung von Mensch und analoger Technik, wird in den rein digitalen Gesängen von wittmann/zeitblom die Maschine zur Solistin: Mikrorhythmische Sprachsamples einer Human Voice Machine, u.a. generiert aus Texten von Nick Bostrom, Rosa Luxemburg und Yuval Noah Harari.

wittmann/zeitblom sind das Autorenduo Christian Wittmann, geb. 1967, Schauspieler, Regisseur und Georg Zeitblom, geb. 1962, Komponist, Musiker.

Weiteres Hörspiel von wittmann/zeitblom:„Perpetuum Mobile. Nach Paul Scheerbart“ in der ARD Audiothek

Die Geschichte einer Erfindung. Paul Scheerbart, Schriftsteller phantastischer Literatur, beschreibt im Jahr 1910 in einer Mischung aus wissenschaftlichem Bericht und Fiktion das "Perpeh", eine ewig bewegliche Maschine. Seine utopistischen Visionen aus dem frühen 20. Jahrhunderts verbindet das Autorenduo wittmann/zeitblom in ihrem Hörspiel mit aktuellen Überlegungen zu Künstlicher Intelligenz.

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Im Gesang der Jünglinge versuchte Stockhausen 1956 Dystopie und Utopie zu vereinen. Eine der vielen Legenden um dieses Kunstwerk könnte lauten, dass der Komponist aus der Schwärze seiner eigenen Kindheit und den Flammen des Holocaust einen Lobgesang auf den Herrn erschaffen wollte und dazu die Unschuld des Knabengesangs mit elektronischer Musik verschmolz. Doch, betonte Stockhausen, ging es beim Gesang der Jünglinge im Feuerofen nicht um den Inhalt, sondern um das rituelle Moment der Sprache. Sein selbst proklamiertes Ziel war, mit einer 5-Kanal-Klangmaschine die damaligen Mono-Hörgewohnheiten signifikant zu erweitern − und was könnte sich besser dazu eignen, als seine Installation im Kölner Dom zu Ehren Gottes erklingen zu lassen. Visionär, provokant, kalkuliert − wie dem auch sei. Das Werk wurde seitens der Kirchengemeinde als zu denaturiert abgelehnt. Auch diese Erfahrung dürfte Stockhausen 1971 zu einer seiner klügsten Thesen geführt haben: "Change the method! - New methods change the experience. New experiences change man." Geht es beim Gesang der Jünglinge noch um die Vermischung von Mensch und analoger Technik, wird in den rein digitalen Gesängen von wittmann/zeitblom die Maschine zur Solistin: Mikrorhythmische Sprachsamples einer Human Voice Machine, u.a. generiert aus Texten von Nick Bostrom, Rosa Luxemburg und Yuval Noah Harari.

wittmann/zeitblom sind das Autorenduo Christian Wittmann, geb. 1967, Schauspieler, Regisseur und Georg Zeitblom, geb. 1962, Komponist, Musiker.

Weiteres Hörspiel von wittmann/zeitblom:„Perpetuum Mobile. Nach Paul Scheerbart“ in der ARD Audiothek

Die Geschichte einer Erfindung. Paul Scheerbart, Schriftsteller phantastischer Literatur, beschreibt im Jahr 1910 in einer Mischung aus wissenschaftlichem Bericht und Fiktion das "Perpeh", eine ewig bewegliche Maschine. Seine utopistischen Visionen aus dem frühen 20. Jahrhunderts verbindet das Autorenduo wittmann/zeitblom in ihrem Hörspiel mit aktuellen Überlegungen zu Künstlicher Intelligenz.

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